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Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob ich das hier erzählen sollte. Aber vielleicht hilft es jemandem der das kennt. Ich hab eine Pinzette im Auto. Nicht als Notfalllösung. Als fester Bestandteil meines Lebens. Zwischen Sonnenbrille und Ladekabel. Immer da. Immer griffbereit. Weil es diesen Moment gibt den jede Frau mit PCOS kennt. Du sitzt im Auto. Ampel rot. Sonnenlicht von der Seite. Und dann schaust du kurz in den Rückspiegel und siehst etwas das du morgens im Badezimmerlicht nicht gesehen hast. Du hast dich heute Morgen rasiert. Du hast nachgeschaut. Du warst sicher. Und trotzdem ist es da. In diesem Moment ist die Ampel egal. Das Treffen für das du gerade fährst ist egal. Du greifst in die Handtasche, findest die Pinzette ohne hinzuschauen weil deine Hand das schon so oft gemacht hat, und du erledigst das schnell bevor jemand neben dir im Auto sitzt und zuschaut. Ich mach das seit sieben Jahren. Ich hab eine Pinzette im Auto, in der Handtasche, im Schreibtisch bei der Arbeit, auf dem Nachttisch. Nicht weil ich vergesslich bin. Sondern weil ich gelernt habe dass dieser Moment überall kommen kann. Im Restaurant. Im Meeting. Beim Date. Und wenn die Pinzette nicht da ist ist das Einzige was ich noch denken kann: wann komme ich endlich nach Hause. Meine beste Freundin Lea hat mich mal gefragt warum ich immer so eine riesige Handtasche trage. Ich hab gelacht und gesagt ich schleppe halt immer alles mit. Ich hab ihr nicht die Wahrheit gesagt. Die Wahrheit ist dass die Pinzette im Auto das Harmloseste ist. Das Harmloseste von allem was ich in den letzten sieben Jahren aufgebaut habe um mit diesem einen Ding klarzukommen das mir niemand erklärt hat als die Ärztin mir mit vierundzwanzig sagte ich hätte PCOS. Sie hat mir die Pille aufgeschrieben. Hat gesagt das wird sich regulieren. Und dann war das Gespräch vorbei. Was sich nicht reguliert hat ist das Haar. Mit fünfzehn waren es ein paar Haare am Kinn die ich einfach gezupft hab. Kein Drama. Mit achtzehn waren es mehr. Mit zweiundzwanzig hatte ich eine Routine die ich niemandem erklärt habe. Aufstehen. Rasieren. Nachschauen. Puder. Und erst dann durfte jemand anderes aufwachen und mich sehen. Ich hab meiner Mutter nicht erzählt dass ich mich rasiere. Meiner besten Freundin nicht. Meinem damaligen Freund nicht. Die wussten dass ich PCOS habe. Die wussten nicht wie mein Morgen wirklich aussieht. Irgendwann hab ich aufgehört spontane Einladungen anzunehmen. Nicht weil ich nicht wollte. Sondern weil eine spontane Einladung bedeutet dass ich nicht vorbereitet bin. Dass ich nicht weiß ob ich genug Zeit hatte. Dass ich nicht weiß wie das Licht dort sein wird. Keine Übernachtungen bei Freundinnen. Kein Camping. Kein Schwimmbad ohne perfekte Vorbereitung. Kein Date das nach 17 Uhr anfängt wenn ich morgens bereits rasiert hatte und nicht sicher bin ob es noch reicht. Das klingt nach viel. Ich weiß. Aber ich wette du kennst das. Dann kam Laser. Dreitausend Euro. Sechs Sitzungen. Meine Hautärztin war überzeugt. Ich war überzeugt. Ich hatte so lange gespart. Endlich die Lösung. Nach der vierten Sitzung fing das Haar auf der linken Wange an dicker zu werden. Nicht weniger. Mehr. Dunkler. In Bereichen wo ich vorher kaum etwas hatte. Ich dachte ich bilde mir das ein. Ich hab mir das nicht eingebildet. Was mir niemand gesagt hatte: bei hormonal bedingtem Haarwuchs, also genau dem Typ den Frauen mit PCOS haben, kann Laser das genaue Gegenteil bewirken. Der Laser stimuliert die Haarwurzel anstatt sie zu schwächen. Es gibt einen Namen dafür. Paradoxe Hypertrichose. Steht in keiner Broschüre die man in der Kosmetikpraxis mitbekommt. Ich hab das erst viel später rausgefunden. Danach hab ich alles ausprobiert was ich finden konnte. Haarentfernungscremes die meine Haut so gereizt haben dass ich drei Tage danach nicht rausgehen wollte. Spearmint Tee zweimal täglich, monatelang. Inositol. Spironolacton, sechs Monate lang schwindelig und müde und ständig auf der Toilette, und das Haar? Ein bisschen langsamer. Aber jeden Morgen trotzdem da. Das Badezimmer sah aus wie eine Apotheke. Und jeden Morgen trotzdem die Pinzette. Der Rasierer. Der Test unterm Licht. Das Schlimmste war nicht dass nichts funktioniert hat. Das Schlimmste war dieser Moment nach jeder neuen Sache wenn ich gemerkt hab dass es wieder nichts ist. Dieser Moment wo die Hoffnung die man sich eigentlich verboten hatte doch irgendwie reingekrochen war, und dann wieder weg war. Irgendwann hört man auf zu hoffen. Nicht mit einem großen dramatischen Moment. Einfach so. Man arrangiert sich. Man baut sein Leben so dass es funktioniert. Man kauft eine Pinzette fürs Auto. Und dann sagt einem eine Frau etwas das man in sieben Jahren noch nie gehört hatte. Ich kenne Sarah seit der Schulzeit. Sarah hat auch PCOS. Sarah hat auch jahrelang jeden Morgen als erstes in den Spiegel geschaut. Sarah weiß was es bedeutet bei einem Date auf die Toilette zu gehen um unter dem Handylicht nachzuschauen ob der Schatten schon sichtbar ist. Wir haben das nie wirklich besprochen. So läuft das halt. Man weiß dass die andere Person es versteht ohne dass man es erklären muss. Letzten Herbst haben wir uns auf einen Kaffee getroffen. Und Sarah sah anders aus. Nicht dramatisch anders. Aber anders. Entspannter irgendwie. Weniger wachsam. Ich hab gefragt was los ist. Sie hat kurz gelacht. Und dann hat sie mir etwas erklärt das ich in sieben Jahren noch nie so gehört hatte. "Weißt du", sagte sie, "ich hab jahrelang das Haar bekämpft. Rasieren. Zupfen. Laser. Alles. Aber das Problem war nie das Haar. Das Problem war was an der Haarwurzel passiert bevor das Haar überhaupt wächst." Ich hab sie angeschaut. Sie hat weiter erklärt. Bei hormonal bedingtem Haarwuchs, also genau dem Typ den Frauen mit PCOS haben, gibt es ein Hormon namens DHT. Und dieses DHT sitzt direkt an der Haarwurzel und gibt ihr immer wieder das Signal zu wachsen. Solange dieses Signal da ist wächst das Haar. Jeden Tag. Zuverlässig. Egal was man an der Oberfläche dagegen macht. Und genau da lag das Problem mit allem was ich je versucht hatte. Rasieren entfernt das Haar aber nicht das Signal an der Wurzel. Also wächst es am nächsten Tag wieder nach. Haarentfernungscremes machen dasselbe. Waxing zieht tiefer aber das Signal bleibt unberührt also kommt das Haar nach ein paar Wochen genauso zurück. Laser arbeitet mit Hitze und Pigment, nicht mit dem Signal selbst, und bei manchen Frauen mit PCOS macht er das Haar dadurch sogar schlimmer statt besser. So wie bei mir. Spironolacton versucht das Signal zu dämpfen aber von innen, durch den ganzen Körper, mit allem was das an Nebenwirkungen bedeutet. Und vollständig stoppt es das Wachstum trotzdem nicht. Keine dieser Methoden geht direkt an die Wurzel. Keine setzt dort an wo das eigentliche Signal entsteht. "Es gibt einen Pflanzenextrakt", sagte Sarah, "der genau das macht. Der direkt an der Haarwurzel ansetzt und dieses Wachstumssignal mit der Zeit schwächt. Von außen. Ohne Hormone. Ohne Nebenwirkungen." Ich saß da und dachte: das klingt zu einfach. Aber gleichzeitig war das das erste Mal seit sieben Jahren dass mir jemand erklären konnte warum nichts funktioniert hat. Nicht weil ich etwas falsch gemacht hatte. Sondern weil alle diese Methoden am falschen Ort angesetzt haben. Das war kein Versprechen. Das war endlich eine Erklärung. Sarah hat mir den Link noch beim Kaffee geschickt. Ich hab ihn aufgemacht ohne große Erwartungen. Nach allem was ich ausprobiert hatte war meine Bereitschaft noch einmal enttäuscht zu werden ziemlich groß. Veluna Skin Serum. Ein Serum das man nach dem Rasieren direkt auf die Haut aufträgt, entwickelt zusammen mit Dermatologen und Endokrinologen, speziell für hormonal bedingten Haarwuchs. Keine Hitze. Keine Chemie. Einfach auftragen und mit der Zeit schwächt es das Wachstumssignal an der Haarwurzel. Ich hab weitergelesen. Dann nochmal von vorne. Dann hab ich Sarah gefragt: "Wie lange benutzt du das schon?" "Fünf Monate", sagte sie. "Und?" Sie hat kurz geschwiegen. Und dann hat sie gesagt: "Ich hab letzte Woche das erste Mal seit Jahren eine Übernachtung bei meiner Schwester gemacht. Spontan. Ohne nachzudenken." Ich weiß noch genau wie der Kaffee in meiner Hand war als sie das sagte. Kalt schon. Ich hab ihn nicht mehr bemerkt. Weil ich sofort wusste was dieser Satz bedeutet. Nicht für jemanden von außen. Für mich. Sarah kennt keine spontanen Übernachtungen. Sarah kennt kein Camping. Sarah kennt dieselben Einschränkungen die ich kenne seit wir beide siebzehn waren und nicht wussten warum wir so anders sind als die anderen Mädchen. Wenn Sarah sagt sie war spontan bei ihrer Schwester dann meint sie das so. 39,90 Euro. Nach dreitausend Euro Laser und allem anderen. Ich hab noch im Auto bestellt. Das Paket kam drei Tage später. Ich hab es selbst aus dem Briefkasten geholt. Mein Freund war zuhause. Ich hab gewartet bis er in einem anderen Zimmer war bevor ich es aufgemacht habe. Alte Gewohnheit. Die erste Anwendung war unspektakulär. Das muss ich ehrlich sagen. Kein Kribbeln, kein sofortiges Ergebnis, nichts womit ich irgendwen beeindrucken könnte. Einfach ein Serum das sich sanft anfühlt und schnell einzieht. Keine Reizung. Keine Rötung. Nach all den Cremes die meine Haut wund gemacht hatten war das allein schon irgendwie merkwürdig. Was mir in den ersten Wochen auffiel war nicht das Haar. Es war der Moment im Auto. Ich fuhr zur Arbeit, Ampel rot, Sonnenlicht von der Seite. Ich hab kurz in den Rückspiegel geschaut. Alter Reflex. Meine Hand war schon halb auf dem Weg zur Handtasche. Und dann hab ich innegehalten. Weil da nichts war was mich gestoppt hätte. Nicht weil das Haar weg war. Sondern weil das was nachgewachsen war anders war. Feiner. Weniger borstig. Nicht dieser harte Stummel der sich schon mittags durch den Puder kämpft. Ich hab die Hand wieder aufs Lenkrad gelegt. Die Ampel wurde grün. Ich bin einfach weitergefahren. Das klingt nach nichts. Ich weiß. Aber wenn man sieben Jahre lang bei jedem roten Licht automatisch in den Rückspiegel schaut und die Hand zur Handtasche bewegt, dann ist der Moment wo man das nicht tut kein kleiner Moment. Ich will nicht übertreiben. Das ist mir wichtig. Es ist nicht so dass ich nach vier Wochen aufgewacht bin und alles war anders. So funktioniert das nicht und das wäre auch gelogen. Aber es gab Momente in den nächsten Wochen die ich nicht vergesse. Der erste war ein Freitagabend im zweiten Monat. Meine Kollegin Julia hat spontan gefragt ob wir nach der Arbeit noch was trinken gehen. Früher hätte ich eine Ausrede gesucht. Es war schon nach 17 Uhr. Ich hatte morgens rasiert. Ich wusste nicht wie das Licht in der Bar sein würde. Diesmal hab ich ja gesagt. Ich hab es erst auf dem Weg dorthin gemerkt. Dass ich ja gesagt hatte ohne vorher kurz aufs Klo zu gehen um nachzuschauen. Ohne zu überlegen ob ich die Pinzette dabei hab. Ohne den ganzen Abend im Kopf durchzuplanen. Einfach ja. Julia hat nichts bemerkt. Warum auch. Für sie war es ein ganz normaler Feierabend. Für mich war es das erste Mal seit Jahren dass ein Feierabend einfach ein Feierabend war. Der zweite Moment war im dritten Monat. Ich war mit meinem Freund bei seinen Eltern zum Abendessen. Sein Vater macht immer diese komischen Witze die niemand wirklich lustig findet aber alle höflich lachen. Ich hab gelacht. Wirklich gelacht. Nicht diese Art von Lachen wo man gleichzeitig überlegt ob dabei das Gesicht in ein ungünstiges Licht gerät. Einfach gelacht. Mein Freund hat mich danach im Auto angeschaut und gesagt: "Du warst heute irgendwie anders." "Guter oder schlechter anders?" Er hat gelacht. "Viel besser." Er weiß nicht was sich verändert hat. Er weiß nur dass ich in letzter Zeit anders bin. Leichter irgendwie. Mehr da. Im vierten Monat hab ich die Pinzette aus dem Auto genommen. Nicht weil ich sie nicht mehr brauche. Sondern weil ich gemerkt hab dass ich sie seit Wochen nicht angefasst hatte. Sie lag einfach da. Zwischen Sonnenbrille und Ladekabel. Unberührt. Ich hab sie in die Handtasche gesteckt. Als Reserve. Für alle Fälle. Aber der Fall ist seitdem nicht mehr eingetreten. Monat fünf. Ich schaue immer noch manchmal in den Rückspiegel wenn ich im Auto sitze und die Sonne von der Seite kommt. Aber nicht mehr weil ich muss. Es war Sarah die es als erste angesprochen hat. Wir haben uns wieder auf einen Kaffee getroffen, drei Monate nach unserem ersten Gespräch. Dieselbe Bäckerei. Derselbe Tisch. Sie hat mich angeschaut und einfach gefragt: "Na?" Ich hab gelacht. Nicht weil die Frage lustig war. Sondern weil sie alles bedeutete ohne dass sie mehr sagen musste. Weil Sarah die Einzige ist die weiß was na bedeutet wenn sie es zu mir sagt. Was es bedeutet wenn ich sage es läuft besser. Was besser wirklich heißt für jemanden der sieben Jahre lang eine Pinzette im Auto hatte. Ich hab ihr erzählt von dem Freitagabend mit Julia. Von dem Abendessen bei den Schwiegereltern. Von der Pinzette die jetzt in der Handtasche liegt statt im Handschuhfach. Sie hat genickt. Einfach so. Ohne Überraschung. "Ich weiß", sagte sie. "Ich wollte nur dass du es selbst erlebst." Dann hat sie mir ihr Handy hingehalten. Eine Nachricht von ihrer Schwester. Von der Nacht als Sarah spontan bei ihr übernachtet hatte. "Schön dass du einfach so kommen konntest. Mach das öfter." Sarah hat mich angeschaut. Ich hab sie angeschaut. Wir haben nichts gesagt. Wir mussten nichts sagen. Weil wir beide wussten was dieser eine Satz bedeutet. Mach das öfter. Drei Wörter. Für jemanden von außen bedeutungslos. Für uns war es alles. Ich hab Sarah noch im Café geschrieben. Nur drei Wörter. Du hattest recht. Ich hab danach selbst versucht Veluna irgendwo zu finden. Einfach so aus Neugier. Ich hab bei den üblichen Stellen geschaut. Amazon, Douglas, DM, Rossmann. Nichts. Sarah hat mir erklärt warum. Veluna geht einen anderen Weg als alles was man normalerweise in der Drogerie findet. Kein Rasieren, kein Verbrennen, kein Wegätzen. Sondern direkt an der Haarwurzel ansetzen und das Wachstumssignal mit der Zeit schwächen. Das ist ein anderes Versprechen als alles was in den normalen Regalen steht, und deshalb findet man es auch nicht dort. Es gibt nur eine Stelle wo man es bekommt. Die offizielle Seite. Ich weiß dass das komisch klingt. Ich wäre bei so einem Satz früher auch skeptisch gewesen. Aber ich bin froh dass Sarah mir den Link direkt geschickt hat. Sonst wäre ich nie drauf gekommen. Was ich noch sagen kann: es gibt eine 30 Tage Geld zurück Garantie. Nach dreitausend Euro Laser und allem anderen finde ich das ehrlich gesagt fast rührend. Dreißig Tage. Kein Risiko. Einfach ausprobieren und selbst schauen. Ich schreibe das hier nicht weil mich jemand darum gebeten hat. Ich schreibe es weil ich sieben Jahre lang eine Pinzette im Auto hatte und weil ich weiß dass ich nicht die Einzige bin. Wenn du das hier liest und weißt wovon ich rede, dann weißt du es wahrscheinlich. Den Link findest du unten.

Ich hab eine Pinzette im Auto

Glätte ohne Schmerz

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