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Doris Kartner - Pädagogin für sozial-emotionales Lernen

Doris Kartner - Pädagogin für sozial-emotionales Lernen Facebook ad: “Reguliere Meltdowns & Wutanfälle in Minuten OHNE zu…”

Doris Kartner - Pädagogin für sozial-emotionales Lernen Facebook ad: Reguliere Meltdowns & Wutanfälle in Minuten OHNE zu…

Ran for 41 days, from May 11 to June 21, 2026, the last day Crush saw it.

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Wir haben gestern bei meiner Schwiegermutter abgesagt. Das ist die 7. Familienfeier in 4 Monaten. 😭 Ich hab eine Stunde vor der Abfahrt angerufen. Magen-Darm. Wieder Magen-Darm. Meine Schwiegermutter hat kurz geschwiegen am anderen Ende. Dann hat sie gesagt: "Achso. Auch dieses Mal." Vier Worte. Ich hab aufgelegt und mein Sohn war auf dem Wohnzimmerboden und hat geschrien, weil ich ihm die Banane in der falschen Richtung aufgemacht hatte. Zum zweiten Mal in einer Stunde. Es war 9:47 Uhr und ich hatte schon verloren. Ich saß auf dem Küchenboden zwischen Lego-Steinen, mein Mann ist mit dem Baby ins Schlafzimmer abgehauen, und ich hab geweint. Nicht wegen dem Wutanfall. Ich weine nicht mehr wegen den Wutanfällen. Ich hab geweint, weil mir klar geworden ist, dass ich mich nicht erinnern kann, wann ich das letzte Mal bei meiner Schwiegermutter war. Wirklich da war. Mit beiden Kindern. Ohne Drama. Vor über einem Jahr. Ich übertreibe nicht. Über. Ein. Jahr. Wir haben einen 9 Monate alten Jonas und eine vierjährige Emma. Und irgendwann in den letzten 14 Monaten habe ich leise aufgehört, irgendwo hinzugehen. Ich hab es nicht mal gemerkt, wie lange es schon her war. Die Uhr fängt an zu ticken in der Sekunde, in der wir das Haus verlassen. Ich esse mein Essen nie. Wenn es warm ist, schlinge ich es. Wenn es kalt ist, esse ich es kalt. Wenn ich Pech habe, esse ich es gar nicht. Weil Emma einen Sockenkrieg anfängt, einen Bananenkrieg, einen Wir-haben-die-falsche-Tasse-mitgenommen-Krieg. Ich hab angefangen, eine Liste zu führen im Kopf. Orte, an denen wir nicht mehr sind: 🚫 Sein Lieblings-Spielplatz: Vorbei. Letzten Sommer hat sie einen Eimer nach einem anderen Kind geworfen. Die Mutter hat geguckt, als hätte ich Emma gerade beim Klauen erwischt. 🚫 Der Edeka mit der Süßigkeiten-Kasse: Vorbei. Drei Eskalationen in einer Woche. Beim dritten Mal hat eine Frau hinter mir gesagt, laut genug dass es alle hören: "Bei uns hätt's das nicht gegeben." Ich hab nichts gesagt. Mein Kopf war komplett leer. Ich bin mit den Lebensmitteln ohne zu zahlen aus dem Laden gerannt, meine Hand hat den Korb noch festgehalten als ich schon im Auto war. 🚫 Restaurants: Vorbei. Letzter Versuch war im April. Wir haben um die Rechnung gebeten, bevor das Essen kam, weil ich gespürt hab, wie sie anfängt zu kippen. Drei Stunden vorbereitet. 40 Minuten gefahren. 4 Minuten am Tisch. 🚫 Geburtstage von Familie: Vorbei. Die Blicke der anderen Mütter mit ihren ruhigen Kindern. Ich hab aufgehört zu rechtfertigen. 🚫 Café mit meiner besten Freundin Sandra: Vorbei. Sie hat aufgehört zu fragen. Wir schreiben uns noch. Aber wir sehen uns nicht mehr. Letzte Woche hat sie auf Instagram ein Bild gepostet von einem Brunch mit zwei anderen Müttern aus unserer alten Kita-Gruppe. Ich war auch eingeladen gewesen. Ich hatte abgesagt. 🚫 Mein eigener Geburtstag: Wir waren zu Hause. Ich hab gesagt, ich will es so. Ich hab gelogen. Ich hab alles probiert. Wirklich alles. 🖍️ Malstifte und ein Heft? Vier Minuten Frieden. Dann Stifte auf dem Boden. 🐶 Bluey-Figuren? Zwei Minuten. Dann unter dem Tisch. 📱 iPad mit ihrer Lieblingsserie? Maximal 20 Minuten. Plus die Blicke der anderen Mütter, die genau sehen, was ich mache, und genau wissen, was sie darüber denken. 💬 "Ich seh, dass du wütend bist, mein Schatz", auf Augenhöhe, ruhige Stimme, exakt so wie es in dem Buch stand, das ich für 24 Euro gekauft und nach Seite 30 weggelegt hab. Trinkflasche gegen die Wand. Tropfen über den ganzen Boden. 🍪 Snacks als Bestechung. Hat eine Weile funktioniert. Bis Emma irgendwann gemerkt hat, dass Snacks gleich Drama bedeuten, und sie hat angefangen, das Drama für die Snacks zu starten. 📖 Drei Erziehungsbücher. Eines davon hat Jonas angekotzt. Das war wahrscheinlich sein ehrlichstes Urteil über das Buch. 🧘 Tief durchatmen. Mit ihr durchatmen. Wenn ich noch einmal in meinem Leben "Atme mit mir tief durch, mein Schatz" sagen muss, schlag ich mir selbst die Zunge ab. Jedes Werkzeug hat mir ungefähr 7 Minuten Frieden gegeben. Sieben. Dann kam der nächste Sturm. Pünktlich. Verlässlich. Wie ein Naturgesetz. Aber das Schlimmste war nicht das Schreien. Nicht die Wutanfälle. Nicht die Blicke. Das Schlimmste war, wie meine Tochter mich nach einem Wutanfall angeschaut hat. Emma. 4 Jahre alt. Mit Augen wie Knopfaugen und einer Lücke vorne wo der erste Milchzahn rausgefallen ist. Sie hat mich nach jedem Sturm angeschaut wie jemand, der gerade einen Stuhl umgeworfen hat und nicht versteht, wie der Stuhl auf dem Boden gelandet ist. Sie hat gefragt: "Mama, bist du noch lieb?" Das ist der Satz, den ich nicht mehr loswerde. Ich hab "Ja" gesagt. Ich war nicht. Ich war kalt geworden, ich war scharf geworden, ich hatte Sätze gesagt, die ich mir selbst verboten hatte. Ich hatte die Tür zugeschlagen. Ich hatte meiner eigenen Mutter Konkurrenz gemacht in der Disziplin "wer macht das Kind am schnellsten kleiner". Und Emma fragt mich: "Mama, bist du noch lieb?" Ich hab "Ja" gesagt. Sie hat es geglaubt. Weil sie 4 ist und mich lieben muss. Sie hat keine Wahl. Ich hab nach dem Zubettbringen im Bad gesessen, auf dem Klodeckel, und gegoogelt: "Werde ich wie meine Mutter" "Kann ein Kind mit 4 schon ein Trauma haben" "Bin ich eine schlechte Mutter" Ich hab den Suchverlauf gelöscht. Nicht weil mein Mann ihn gesehen hätte. Sondern weil ich selbst nicht wollte, dass irgendjemand, nicht mal ein Gerät, weiß, wie tief unten ich gerade war. Und dann ist Folgendes passiert. Letzten Sonntag, beim Bäcker, wo ich Brötchen geholt hab. Vor mir in der Schlange eine Frau mit einem kleinen Jungen, vielleicht 5. Er hat angefangen, an ihrer Hose zu ziehen, er wollte ein Schoko-Croissant. Sie hat nein gesagt. Er ist losgegangen. Klassisch. Auf den Boden geschmissen. Lautstärke voll aufgedreht. Andere Kunden haben weggeschaut. Ein älterer Mann hat den Kopf geschüttelt. Sie hat sich nicht entschuldigt. Hat nicht erklärt. Hat sich nicht hingekniet. Sie hat ihr Handy rausgeholt. Hat ihm was gezeigt. Er hat eine Farbe gewählt, ich konnte sehen, dass es eine Art Karte war auf dem Display. Sie hat etwas vorgelesen, ganz leise, ich hab es nicht verstanden. Und dann haben die beiden mitten in der Bäckerei angefangen zu pusten. Pusten. Wie auf eine heiße Suppe. Wie auf eine Geburtstagskerze. Nach 40 Sekunden ist er ruhig geworden. Er hat seine Mama angeschaut. Sie hat ihm was geflüstert. Sie haben das Croissant nicht gekauft. Sie sind ohne Krieg aus dem Laden gegangen. Ich hab dagestanden mit meinen Brötchen und mein Hals wurde eng. 🤯 Ich bin der Frau hinterher. Auf dem Parkplatz hab ich sie angesprochen. Ich weiß nicht, woher ich den Mut hatte. Ich, die ihrer eigenen Schwiegermutter eine Magen-Darm-Lüge erzählt um nicht zu Familienfeiern zu müssen, hab eine fremde Frau auf einem Bäckerei-Parkplatz angequatscht. Ich hab gesagt: "Entschuldigung. Was haben Sie da gerade gemacht?" Sie hat gelacht. Hat nicht so geschaut wie jemand, dem man eine peinliche Frage stellt. Sie hat gesagt: "Sieht verrückt aus, oder? Ich hab es vor einem halben Jahr von meiner Schwester. Sie ist Ergotherapeutin. Sie arbeitet seit Jahren mit Kindern, die schnell überreizt sind. Und sie hat mir erklärt, was die in der Klinik seit Jahrzehnten machen, hatte bisher kein normaler Elternteil je in der Hand." Und dann hat sie etwas gesagt, was mein Bild von dem letzten Jahr komplett zerstört hat. Sie hat gesagt: "Stell dir vor, dein Kind ist hinter einer Tür. Die Tür ist zugefallen. Du klopfst von außen. Du rufst. Du erklärst. Du schreist. Die Tür geht nicht auf. Nicht weil dein Kind dich nicht reinlassen will. Sondern weil hinter der Tür im Moment niemand wohnt, der dich hören kann. Das denkende Gehirn ist im Wutanfall buchstäblich aus. Wie ein Telefon mit gezogenem Stecker." Sie hat weitergeredet, ich hab kaum geatmet: "Aber es gibt eine kleine Klappe. Einen Briefschlitz. Der bleibt offen. Das ist der Körper. Stampfen. Pusten. Drücken. Schaukeln. Da geht das Signal durch. Direkt am denkenden Gehirn vorbei zum Nervensystem. Und das Nervensystem versteht: Wir sind nicht in Gefahr. Wir können runterfahren. In 60 bis 90 Sekunden." Sie hat mich angeschaut und ich glaube ich hab geweint. Auf einem Bäckerei-Parkplatz vor einer fremden Frau. Ich hab gefragt: "Aber funktioniert das bei meinem Kind? Sie ist… sie ist anders. Sie ist intensiv. Sie reagiert auf alles." Sie hat gesagt: "Mein Sohn auch. Vor einem halben Jahr hätte ich nicht geglaubt, dass wir jemals wieder zum Bäcker gehen, ohne dass es endet wie heute. Es heißt körperbasierte Co-Regulation. Klingt komplizierter als es ist. Es ist nichts, was du studieren musst. Es ist etwas, das du in der Hand hast." Sie hat ihr Handy gezeigt. 60 Karten. Sortiert nach Gefühl. Farbcodiert. Wütend, traurig, überfordert, ängstlich, frustriert, besorgt. Vorne ein Wesen, ein Vulkan, ein Bär, ein Drache, eine wütende Zitrone, und eine Mini-Bewegung. Hinten drei Sätze für die Mutter. "Damit du nicht aus deinem leeren Kopf den falschen Satz fischst." Sie hat gesagt: "Ich war so skeptisch, du machst dir keine Vorstellung. Ich hatte zwei Bücher liegen, ich hatte Atemübungen probiert, ich hatte alles versucht. Und dann hab ich das geholt aus reiner Verzweiflung. Es war Dienstag um 23:51 Uhr." Ich hab gefragt: "Und?" Sie hat gesagt: "Frag mich in einem halben Jahr nochmal, wenn meine Schwester nicht recht hatte. Aber ich war heute zum dritten Mal beim Bäcker, ohne dass mein Sohn ein Drama gemacht hat. Und das war vorher nicht möglich." Ich bin nach Hause gefahren, hab mich auf den Küchenboden gesetzt, auf den, auf dem ich am Vortag geweint hatte, und hab nach dem gesucht, was sie mir aufgeschrieben hatte. Kleine Wesen, große Gefühle. Ich hab durch die ersten Karten gescrollt. Ich bin lange beim Vulkan geblieben. Beim Bär. Bei der wütenden Zitrone. Ich hab die Rückseiten gelesen, die Sätze für die Mutter. An einer Stelle bin ich stehengeblieben. Auf der Karte stand: "Du musst gerade gar nichts tun. Dein ruhig werdendes Nervensystem ist bereits die Intervention. Dein Kind nimmt deine Atmung wahr, mehr als deine Worte." Ich hab tiefer geatmet als seit Monaten. Ich hatte noch nichts angewendet. Ich hatte nur einen Satz gelesen. Aber zum ersten Mal seit langer Zeit hatte ich das Gefühl, dass morgen früh etwas anders sein könnte. Erster Test war Mittwoch früh. 7:23 Uhr. Banane-Drama. Wieder. In der alten Version dieser Geschichte hätte ich gefroren. Ich hätte mich hingekniet. Ich hätte die ruhige Stimme aus dem Buch gemacht. Ich hätte mich selbst angelogen, dass ich nicht gleich schreie. Stattdessen hab ich mein Handy genommen. Ich hab gesagt: "Emma. Rot, blau oder grün?" Sie hat mich angeschaut, als hätte ich den Verstand verloren. Sie hat noch zwei Sekunden weitergeschrien. Dann: "Rot." Ich hab die rote Karte aufgemacht. Vorne war ein kleiner wütender Vulkan. Auf der Karte stand: "Stampfen wie ein Elefant." Ich hab gesagt: "Lass uns Elefanten sein. Drei Stampfer." Sie hat das Handy weggeschlagen. Hart. Es ist über die Fliesen gerutscht. Mein erster Gedanke war: Natürlich. Hab's ja gewusst. Aber dann ist mir der Satz eingefallen, den die Frau vom Bäcker mir noch gesagt hatte: "Beim ersten Mal werfen die Kinder das Handy fast immer weg. Die Karte ist in dem Moment nicht für das Kind. Sie ist für DICH. Damit du was zu tun hast, was nicht reden ist." Ich hab das Handy aufgehoben. Hab mich neben Emma gesetzt, nicht vor sie, neben sie. Und hab angefangen zu stampfen. Allein. Auf dem Küchenboden. Wie eine Verrückte. Stampf. Stampf. Stampf. Sie hat weiter geschrien. 30 Sekunden. 45 Sekunden. Aber ich hab nicht geschrien. Das war neu. Und ich hab gespürt, wie mein eigener Atem ruhiger wird. Mitten in einem Wutanfall, der noch nicht vorbei war. Bevor sich bei Emma irgendetwas verändert hat. Etwas in mir ist runtergefahren. Zum ersten Mal seit Monaten. Nach 50 Sekunden hat Emma aufgehört zu schreien. Sie hat mich angeschaut. Sie hat gesagt: "Was machst du da?" Ich hab das Display gezeigt. Den Vulkan. Ich hab gesagt: "Mein Vulkan war auch heiß. Ich pust ihn aus." Sie hat mit ihrem Mund eine Pust-Bewegung gemacht. Und dann hat sie das mit mir zusammen gemacht. Wir haben drei Mal gepustet. Auf dem Küchenboden. Ich in Pyjama-Hose und sie in ihrem Schlafanzug mit den Einhörnern. Sie hat dann gesagt: "Kann ich doch die Banane anders haben?" "Ja, Emma. Natürlich." Sie hat die Banane gegessen. Es war 7:27 Uhr. Der ganze Sturm hatte 4 Minuten gedauert. Und ich hatte zum ersten Mal seit Monaten am Frühstückstisch nicht das Gefühl, gerade etwas in meinem Kind beschädigt zu haben. Das war vor 6 Wochen. Ich erzähl dir nicht, dass Emma seitdem keine Wutanfälle mehr hat. Das wäre eine Lüge, und du würdest mir nicht glauben. Aber ich erzähl dir das Folgende, und das ist wahr. Letzte Woche Sonntag waren wir bei meiner Schwiegermutter. 2 Stunden. Mit beiden Kindern. Emma hat einmal kurz gekippt. Kuchen-Drama. Sie wollte das Stück mit der Erdbeere obendrauf, und meine Schwiegermutter hatte aus Versehen das mit der Himbeere für sie hingelegt. In der alten Version wäre das ein 78-Minuten-Sturm gewesen mit Tellerwerfen, mit dem Erstarren meiner Schwiegermutter, mit dem berühmten Satz "Bei dir war das nicht so". Wir wären nach 12 Minuten heimgefahren mit Magen-Darm-Ausrede. Stattdessen hab ich Emma die Hand gegeben. Wir sind ins Gäste-WC gegangen. Ich hab mein Handy rausgeholt. Sie hat lila gewählt, Notfall. Karte: "Drachen-Atem. Pust dein Feuer raus." Wir haben 45 Sekunden gepustet. Ich hab die Tür mit dem Fuß zugehalten. Es war absurd. Es war so absurd, dass ich kurz hätte lachen können. Wir sind zurück. Emma hat sich an den Tisch gesetzt. Hat das Himbeer-Stück gegessen, ohne dass jemand gemerkt hat, dass was passiert war. Meine Schwiegermutter hat zu meinem Mann gesagt: "Es ist schön, dass ihr da seid." Sie hat nicht "Bei uns hätt's das nicht gegeben" gesagt. Sie hat nicht "Du musst strenger werden" gesagt. Sie hat nichts kommentiert. Wir sind 2 Stunden geblieben. Ich hab auf der Heimfahrt im Auto geweint. Mein Mann hat gefragt was los ist. Ich hab gesagt: "Nichts. Etwas Gutes." 🍰 Er hat nicht weiter gefragt. Er hat nur kurz auf meine Hand gefasst und weitergefahren. Das war auch neu. Ich erzähl dir das hier nicht, weil ich glaube, dass mein Leben jetzt perfekt ist. Letzten Mittwoch hatten wir wieder einen schlimmen Morgen. Emma wollte den blauen Becher, ich hatte ihn nicht gewaschen, ich war nicht ausgeschlafen, Jonas hat gleichzeitig gebrüllt, und ich hab geschrien. Laut. Den Satz, den ich mir verboten hatte. Ich hab im Bad gesessen danach. Auf dem Klodeckel. Wie früher. Aber zum ersten Mal seit langem hab ich nicht "ich werde wie meine Mutter" gedacht. Ich hab mein Handy genommen und auf die "Für danach"-Sektion getippt. Es gibt da Karten für genau diesen Moment. Drei Sätze, die du sagen kannst, wenn du heute Abend doch geschrien hast. Damit du zurückkommen kannst zu deinem Kind, ohne zu betteln, ohne dich klein zu machen, ohne zu lügen. Ich hab die Sätze gelesen. Ich bin aus dem Bad raus. Ich bin zu Emma gegangen. Ich hab gesagt, was auf der Karte stand. Emma hat mich angeschaut mit einem Blick, den ich noch nie gesehen hatte. Nicht "Mama, bist du noch lieb?" Etwas anderes. Ein leises Erkennen. Wir haben uns umarmt. Es ging weiter. Der Morgen war nicht perfekt. Aber er war nicht beschädigt. Ich schreib das hier, weil ich weiß, dass es Mütter gibt, die gerade die gleiche Liste führen wie ich. Die nicht mehr zum Spielplatz gehen. Die Restaurant-Reservierungen absagen. Die ihrer Schwiegermutter Magen-Darm vorlügen. Die ihren eigenen Geburtstag zu Hause feiern und behaupten, sie wollen es so. Die auf dem Klodeckel sitzen um 23:52 Uhr und Dinge googeln, die sie morgens nicht zu denken wagen. Die ihre eigene Stimme aus ihrem Mund hören und denken: das war nicht ich. Wann bin ich das geworden? Ich war das. Ich bin es nicht mehr. Jedenfalls nicht jeden Tag. Du redest nicht gegen ein schwieriges Kind. Du redest gegen eine Tür, die zu ist. Hinter der dein Kind wohnt, das du liebst. Das dich wieder fragen wird: "Mama, bist du noch lieb?", und das deine Antwort glauben muss, weil es 4 ist und keine Wahl hat. Es gibt einen Briefschlitz unter der Tür. Der bleibt offen, auch wenn alles andere zu ist. Da geht der Körper durch. Stampfen. Pusten. Drücken. Bewegen. Und auf der Rückseite der Karte stehen drei Sätze für dich. Damit du nicht aus deinem leeren Kopf den falschen Satz fischst. Damit die Karte für dich denkt, wenn du selbst nicht mehr denken kannst. 👇 Das digitale Set heißt "Kleine Wesen, große Gefühle". 60 Karten direkt auf dem Handy. Entwickelt mit Kinderpsychologinnen. Du findest den Link hier unten. slaify.com/pages/blog-1 Aber selbst wenn du es nicht kaufst, bitte probier körperbasierte Co-Regulation. Bevor du das nächste Mal "Ich seh, dass du wütend bist" sagst, probier mit deinem Kind zu stampfen. Drei Mal. Wie ein Elefant. Du wirst dich vielleicht überraschen. Aber das ist nicht das, was ich dir versprechen will. Was ich dir versprechen will, ist Folgendes: Du wirst irgendwann an einem Sonntag bei deiner Schwiegermutter sitzen. Mit deinem Kind auf dem Schoß, das gerade ruhig in einen Kuchen beißt. Und du wirst dich daran erinnern, dass du vor einem halben Jahr eine Magen-Darm-Lüge erzählt hast, um nicht hin zu müssen. Und du wirst denken: Ich war nicht das Problem. Mein Kind war nicht das Problem. Wir hatten nur das falsche Werkzeug. ❤️ #mamasein #wutanfall #echtkindheit #mamasdiewissen #wirschaffendas

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