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Patricia Thiele
Patricia Thiele

Inactive· since Apr 11, 2026

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8 Stunden am Bildschirm und so zerstört Home Office deinen Nacken täglich ohne dass du es merkst. Ich habe es nicht kommen sehen. Das ist das Tückische daran. Es passiert nicht auf einmal. Es passiert in Millimetern. Jeden Tag ein bisschen mehr. Bis du irgendwann an einem Dienstagabend auf der Couch sitzt, die Hand an den Nacken greifst, und denkst: wann hat das eigentlich angefangen? Bei mir war es der Februar 2021. Wir alle ins Home Office. Esstisch als Schreibtisch, Küchenstuhl statt Bürostuhl, Laptop auf einem Stapel Büchern weil die Höhe nicht passte. Ich dachte: vorübergehend. Wird schon gehen. Drei Monate später hatte ich zum ersten Mal dieses Ziehen. Rechte Seite, von der Schulter hoch in den Nacken. Nicht schlimm. Eher lästig. So wie ein Muskelkater der nicht richtig weggeht. Ich habe ihn ignoriert. Das war mein Fehler. Nicht weil der Schmerz schlimmer wurde. Sondern weil er blieb. Leise, konstant, immer da. Wie ein Geräusch im Hintergrund das du irgendwann nicht mehr bewusst hörst, aber das dich trotzdem jeden Tag ein bisschen müder macht. Nach sechs Monaten habe ich bemerkt dass sich etwas verändert hatte. Nicht dramatisch. Eher schleichend. Ich bin abends nach Hause gekommen und hatte nichts mehr. Meine Frau hat abends geredet und ich habe zugehört, aber irgendwie nicht wirklich. Mein Sohn wollte nach dem Essen noch Fußball spielen im Garten, so wie wir das früher immer gemacht haben. Ich habe gesagt: heute nicht, Papa ist müde. Immer öfter. Ich habe das auf den Job geschoben. Auf die Pandemie. Auf das Alter. Mit 43 ist man halt nicht mehr so belastbar. Nie auf meinen Nacken. Mein Kollege Thomas hat dasselbe erlebt. Wir haben uns irgendwann in einem Videocall angeschaut, beide mit der Hand am Nacken, und gelacht. "Home Office Nacken", hat er gesagt. Als wäre es normal. Und das ist das Problem. Wir haben es normalisiert. 8 Stunden am Bildschirm, Kopf leicht nach vorne, Schultern hochgezogen, Nacken unter Dauerspannung. Das ist inzwischen der Alltag von Millionen Deutschen. Und weil alle dasselbe haben, denkt keiner mehr dass es ein Problem ist das man lösen kann. Ich habe Magnesium genommen. Habe ab und zu gedehnt, diese Übungen aus YouTube die man zweimal macht und dann vergisst. Habe ein ergonomisches Kissen bestellt. Der Nacken blieb. Was ich damals nicht wusste, und was mir niemand erklärt hat, ist dass das was ich spürte nicht einfach Verspannung war im klassischen Sinne. Es war etwas anderes. Etwas das durch Dehnen und Magnesium grundsätzlich nicht weggeht. Ich habe das durch Zufall herausgefunden. An einem Abend im Oktober habe ich einen Artikel eines Orthopäden gelesen der erklärt hat was acht Stunden Bildschirmarbeit täglich mit dem Nacken wirklich macht. Nicht oberflächlich. Auf der Ebene der Muskeln die die meisten Menschen nicht kennen weil man sie nicht sieht. Er schrieb über eine Gruppe von vier kleinen, tiefen Muskeln ganz oben im Nacken, direkt unter dem Schädelknochen. Ihre Aufgabe: den Kopf millimetergenau auszurichten und zu stabilisieren. Den ganzen Tag. Ununterbrochen. Wenn du am Bildschirm sitzt, neigst du deinen Kopf unbewusst leicht nach vorne. Manchmal nur zwei, drei Zentimeter. Das fühlt sich nach nichts an. Aber für diese tiefen Muskeln ist das Schwerstarbeit. Sie ziehen sich zusammen um deinen Kopf zu halten. Jede Stunde. Jeden Tag. Woche für Woche. Und irgendwann, nach Monaten dieser einseitigen Belastung, lernen sie nicht mehr loszulassen. Nicht nach Feierabend. Nicht beim Dehnen. Nicht im Schlaf. Sie bleiben in einem Zustand permanenter Kontraktion. Und weil sie direkt an der Schädelbasis sitzen, an den Stellen wo Nerven und Faszien zusammenlaufen, breitet sich diese Spannung aus. In die Schultern. In den Hinterkopf. In die Konzentration. In die Energie. Das ist kein Stress. Das ist Mechanik. Und das erklärt warum die Standardlösungen alle versagen. Dehnen löst diese Muskeln nicht. Dehnen arbeitet an der Länge des Muskels, aber nicht an der tiefen Kontraktion die sich über Monate aufgebaut hat. Magnesium entspannt allgemeine Muskelspannung, aber nicht diese spezifische, chronisch überaktive Gruppe tief im Gewebe. Und Wärmekissen helfen kurz weil Wärme die Durchblutung anregt. Aber die Wärme erreicht diese tiefen Schichten kaum. Deshalb kommt die Spannung nach einer Stunde zurück. Was diese Muskeln wirklich brauchen ist gezielter, anhaltender, tiefer Druck. Direkt in den Muskel hinein. So wie ein erfahrener Masseur arbeitet der nicht an der Oberfläche bleibt, sondern der weiß wo er suchen muss, der wartet bis der Muskel nachgibt, der Zeit hat. Das Problem: ein solcher Masseur kostet 80 Euro die Stunde. Hat drei Wochen Wartezeit. Und man bräuchte ihn nicht einmal pro Monat, sondern jeden Abend nach dem Bürotag. Das ist nicht realistisch. Ich habe weitergesucht. Und bin irgendwann auf ein Shiatsu-Massagegerät gestoßen das genau diesen Mechanismus nachahmt. Nicht so ein billiges Vibrationsding das nach drei Wochen kaputt ist und an der Oberfläche bleibt. Sondern eines mit acht rotierenden Massageköpfen die sich tief in die Muskulatur hineinarbeiten, exakt wie erfahrene Daumen und Hände es tun. Mit Infrarotwärme die nicht nur die Haut erwärmt, sondern tief ins Gewebe eindringt und die Durchblutung in genau diesen schwer erreichbaren tiefen Schichten anregt. Ich war skeptisch. Ich hatte schon vieles versucht. Aber ich habe es bestellt. 15 Minuten jeden Abend, bevor ich vom Schreibtisch aufgestanden bin. Die ersten Tage hat sich wenig verändert. Am fünften Abend habe ich zum ersten Mal gespürt wie sich etwas löst. Nicht dramatisch. Eher wie wenn ein Knoten der so lange da war dass du ihn nicht mehr bewusst gespürt hast, plötzlich nachgibt. Ein Entspannen in einer Tiefe die ich vergessen hatte dass sie überhaupt da war. Zwei Wochen später, ein Mittwochabend, habe ich den Laptop zugeklappt und bin ins Wohnzimmer gegangen. Mein Sohn saß auf dem Sofa und schaute mich an. "Papa, spielen wir noch kurz Fußball?" Ich habe kurz gewartet. Auf dieses Ziehen im Nacken das sonst immer da war wenn der Arbeitstag vorbei war. Auf diese Schwere die sich über den Tag aufgebaut hatte. Nichts. Ich habe gesagt: "Ja. Zieh schon die Schuhe an." Wir haben eine halbe Stunde im Garten gespielt. Nichts Besonderes. Aber als wir reingekommen sind und er mich angelacht hat, habe ich gemerkt wie lange das nicht mehr passiert war. Nicht wegen fehlendem Willen. Sondern weil jeden Abend einfach nichts mehr da war. Meine Frau hat später gefragt was sich verändert hat. Ich habe kurz nachgedacht. Der Job war derselbe. Dieselben Meetings, derselbe Bildschirm, dieselben acht Stunden. Aber der Nacken war anders. Und das hatte alles andere verändert ohne dass ich es bewusst bemerkt hatte. Sie hat gesagt: "Du bist wieder du." Drei Worte. Aber ich musste kurz schlucken. Weil ich gar nicht gemerkt hatte wie sehr ich aufgehört hatte, ich zu sein. Das ist jetzt sieben Monate her. Ich sitze immer noch jeden Tag acht Stunden am Bildschirm. Home Office ist geblieben. Die Muskeln machen dieselbe Arbeit wie vorher. Aber ich gebe ihnen jeden Abend die Chance loszulassen. 15 Minuten. Das ist alles was sie brauchen. Wenn du kennst was ich beschreibe, dieses langsame Akkumulieren, diese Verspannung die irgendwann einfach immer da ist, dieses Greifen an den Nacken das so automatisch geworden ist dass du es selbst nicht mehr bemerkst, dann liegt das sehr wahrscheinlich nicht daran dass du gestresster bist als andere. Es sind Muskeln die jeden Tag dieselbe Arbeit machen und nie die Gelegenheit bekommen wirklich loszulassen. Das ist kein Schicksal. Das ist Mechanik. Und Mechanik kann man lösen. 👇 Hier ist was mir dabei wirklich geholfen hat.

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