Calista Jayne Facebook ad: “Beherrscht von Verlangen”

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Die Kette fühlt sich kalt an meinem Bauch an, als Dmitri den Verschluss anbringt, wobei er sorgfältig darauf achtet, dass seine Fingerspitzen mich nicht berühren. »So«, sagt er und tritt einen Schritt zurück, um sein Werk zu begutachten. Allerdings kann er nicht weit zurücktreten, da die Umkleidekabine ziemlich klein ist. Die schwarz getäfelten Wände lassen sie sogar noch kleiner erscheinen, dennoch ist sie groß genug, damit einige Stühle darin Platz finden. Ich lehne mich auf meinem zurück und klammere mich an die Kanten, um das Gleichgewicht zu wahren. Ich möchte unter Dmitris wachsamen Blicken zusammenschrumpfen. Aber in wenigen Augenblicken werde ich auf der Bühne stehen, während die Leute Gebote für einen Abend mit mir abgeben. Ich sollte mich also schon mal an die Blicke gewöhnen. »Du bist dir sicher, dass du das wirklich willst?«, fragt Dmitri. Er ist der ältere Bruder meiner besten Freundin. Immer der Beschützer, immer die Stimme der Moral und der Vernunft. »Ja«, antworte ich und blinzele ihn an. »Redet Danica mit dir über mich?« Er zuckt mit den Schultern. »Ich möchte nur, dass es dir gut geht und du glücklich bist, deshalb stelle ich ab und zu ein paar Fragen.« »Und sie antwortet dir?«, frage ich lachend. »Diese falsche Schlange.« Ich meine es nicht ernst und das weiß er auch. Danica und Dmitri stehen mir schon seit Jahren nahe. Nachdem mein Stiefvater mich an meinem achtzehnten Geburtstag rausgeworfen hat, bin ich bei ihren Eltern eingezogen. Dmitri ist sechs Jahre älter als wir, jetzt neunundzwanzig. Er hat immer die Rolle des beschützenden älteren Bruders übernommen. Und jetzt sitze ich in nichts weiter als einem schwarzen BH und einem schwarzen Slip vor ihm, eine schwarze Robe locker über meinen Körper drapiert, während er dafür sorgt, dass meine Bauchkette genau im richtigen Winkel baumelt. Die rosafarbenen Perlen, die an der Kette befestigt sind, passen zu dem Halsband, das die Gewinnerin der Auktion bekommen wird. »Dann lasse ich dich mal allein, damit du dich fertig machen kannst«, sagt er und wendet sich ab. Richtig. Ich soll den BH und die Robe ausziehen, bevor ich auf die Bühne gehe. Die Bieter könnten sogar verlangen, dass ich auch meinen Slip ausziehe. Davor habe ich zwar Angst, hoffe es aber zugleich. Ich möchte fragen, ob Dmitri im Publikum sitzen wird, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Antwort nein lautet. Er würde nicht mitansehen wollen, wie eine gute Freundin versteigert wird. Ich frage besser nicht. Sobald er den Raum verlassen hat, ziehe ich die Robe aus, öffne den Verschluss meines BHs und lege ihn auf den Rest meiner Kleidung, die sauber gefaltet auf einem Stapel liegt. Mein Magen verkrampft sich vor Nervosität. Ich kann nicht glauben, dass ich das wirklich tue. Nur mit meinem Slip bekleidet, trete ich auf die Bühne in der Ecke des Clubs. Normalerweise steht hier ein großes Kreuz, aber aus Platzgründen wurde es für den heutigen Abend entfernt. Betty lässt mich in der Mitte der Bühne stehen, positioniert sich auf der anderen Seite und nimmt ein Mikrofon in die Hand. Ein helles Licht scheint von oben herab und macht es schwierig, die Menschenmenge zu sehen, die vor mir sitzt. Das Bühnenlicht wärmt meine kalte Haut. »Dann lassen Sie uns beginnen«, sagt Betty. »Startgebot: zehntausend.« Zehntausend? Ich hatte nicht erwartet, dass die Gebote so hoch starten würden. Mehrere Bieterkarten gehen hoch. »Zehn Komma eins«, sagt Betty. Nur ein paar der Karten gehen wieder runter. Nach einem Moment schaut sie auf ihr Handy. Sie kommt zu mir, hält das Mikrofon verdeckt. »Es wurde gewünscht, dass du deinen Slip ausziehst.« »Okay«, sage ich. »Alles klar.« Tief durchatmen. Ich wusste, dass das passieren könnte. Ich schiebe den Slip so weit nach unten, wie ich im Stehen komme, und lasse ihn dann auf den Boden gleiten. Unbeholfen hebe ich ihn auf. Ich will ihn nicht einfach liegen lassen. Betty liest noch etwas auf ihrem Handy. Ein Grinsen umspielt ihre Lippen. »Sie wollen, dass der Slip im Raum herumgereicht wird.« Beschämend, aber okay. Ich kann damit umgehen. Es ist ja nur Unterwäsche. Ich schlucke. »Klar.« Sie nimmt mir die Unterwäsche aus der Hand und reicht sie jemandem, der im Schatten neben der Bühne sitzt. Als er nach vorn tritt, um den Slip entgegenzunehmen, erkenne ich ihn. Dunkelblondes Haar. Graue Augen. Dmitri. Und er hält eine Bieterkarte hoch. *** Der Typ, Gage, wirft Dmitri nicht aus dem Raum. Er wollte mehrere Partner … sicher meinte er nicht …? Dmitri? Nein, auf keinen Fall. »Miss L., ich möchte dich Babygirl, Kleines oder Prinzessin nennen«, sagt Gage. »Habe ich deine Erlaubnis? Darf ich braves Mädchen sagen, wenn du etwas tust, was mir gefällt?« »Ja, Sir.« Ich versuche, meine Beine nicht zusammenzupressen. Vielleicht stehe ich ja auf Lob. Vielleicht will ich einfach nur, dass mir jemand Anweisungen gibt und mir sagt, dass ich es gut mache, da ich das von meinem Freund definitiv nicht gewohnt bin. Der Gedanke, in so einen Club zu gehen, hat mich schon immer gereizt. Ich wollte mich schon immer mal fallen lassen – einfach loslassen und jemand anderem die Kontrolle überlassen. Hier bin ich nun. Und Gage hat das Sagen.
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