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"„Gib mir meine Jacke zurück“, schrieb mir mein Ex per SMS. „Meine neue Freundin will sie haben.“ Weniger als zwölf Stunden, nachdem ich ihn beim Fremdgehen erwischt hatte, hatte er bereits eine Ersatze. Ich hätte ihn blockieren sollen. Stattdessen ging ich direkt in die Wohnung seines Bruders. Braydon Cooper, der goldene Bruder des Campus. Er musterte mich von oben bis unten, hemdlos, selbstgefällig. „Harter Tag, Peach?“, fragte er. „Nenn mich nicht so“, sagte ich. „Und zieh dir ein Hemd an.“ Er lachte. „Bist du hier, um mir Unterricht oder Vorträge zu geben?“ „Ich bin hier, weil dein Bruder mich betrogen hat“, schnauzte ich ihn an. „Ich brauche einen Gefallen.“ Sein Mund verzog sich zu einem Lächeln. „Ich höre.“ „Ich werde dir Nachhilfe geben“, sagte ich. „Nicht nur, damit du die Prüfungen bestehst. Du wirst in jedem Fach glänzen. Mit einer Eins oder besser.“ „Und was bekommst du dafür?“, fragte er. Ich trat näher. „Dich.“ Er blinzelte. „Mich?“ „Du verfolgst mich“, sagte ich. „Öffentlich. Lautstark. Verabredungen. Fotos. Jeder sieht es.“ Eine Pause. Dann ein leises Lachen. „Du willst, dass ich dein falscher Freund bin.“ „Ich will deinen Ruf“, korrigierte ich mich. „Und ich will, dass mein Ex sich daran verschluckt.“ Sein Blick fiel auf meine Lippen. „Und was passiert, wenn das Vortäuschen sich nicht mehr unecht anfühlt?“ „Das wird nicht passieren“, sagte ich zu schnell. Er beugte sich vor und flüsterte mir ins Ohr. „Vorsicht, Peach“, murmelte er. „Ich mache keine halben Sachen.“" ***** Kapitel 1 Katys Perspektive „Hey, ich mache mich jetzt auf den Weg! Kannst du die Bücher rausbringen, die ich liegengelassen habe?“ Ich drücke auf Senden und stecke mein Handy in meine Jackentasche, als Bryans Stadthaus in Sicht kommt und meine Schritte sich automatisch beschleunigen. In dreißig Minuten habe ich Statistik und Frau Tompson würde eher im Boden versinken, als mich ohne mein Lehrbuch in ihren Unterricht zu lassen. Es ist dasselbe Lehrbuch, das ich im Zimmer meines Freundes liegengelassen habe. Während ich schneller gehe, überprüfe ich mein Handy erneut. Ich erwarte eigentlich eine Antwort, aber da ist nichts. Ich frage mich, warum er mir nicht zurückschreibt. Einen Moment überlege ich, ob er vielleicht schon gegangen ist, aber das ist unwahrscheinlich. Es ist erst 9:30 Uhr und Bryan verlässt sein Zimmer nie so früh. Es ist einer der Vorteile, ein Baseballspieler zu sein, dass er die Kurse an der Uni nicht so ernst nehmen muss. Ich hingegen genieße diesen Luxus nicht. Ich erreiche sein Stadthaus und nehme zwei Treppenstufen auf einmal, während meine Tasche an meiner Hüfte hüpft. Je höher ich steige, desto mehr gerät mein Atem ins Stocken, obwohl das weniger mit den Treppen zu tun hat und viel mehr mit meiner schleichenden Frustration, weil er mir immer noch nicht zurückgeschrieben hat. Als ich den dritten Stock erreiche, wo sich sein Zimmer befindet, stelle ich mir schon vor, wie ich hineingehen und einen sarkastischen Kommentar ablassen werde. Da es ja anscheinend so schwierig für ihn ist, auf eine einfache Nachricht zu antworten. Meine Hand greift nach seinem Türknauf, als ich seine Stimme durch die Tür höre. „Beeil dich! Meine Freundin wird bald hier sein!“ Ich erstarre. „Du musst gehen!“ Mit wem redet er? Die Frage formt sich kaum in meinem Kopf, bevor die Tür aufspringt, ein Mädchen herausstürzt und fast mit mir zusammenprallt. Mein Atem stockt. Sie keucht und ihre Augen sind weit aufgerissen. In ihnen erkenne ich eine Mischung aus Panik und Scham. In dem Bruchteil einer Sekunde, bevor sie davonläuft, nehme ich ihr zerzaustes rotes Haar, das zerknitterte Oberteil und die offene Jeans wahr. Ein widerlicher, vertrauter Männerduft haftet an ihr. Mein Blick schnellt zu Bryan, der nur in Boxershorts in der Mitte seines Zimmers steht. Seine Haare sind ebenfalls zerzaust. Ein eiskalter Schauer läuft mir den Rücken hinunter und raubt mir den Atem. Meine Knie werden weich und der Knoten in meinem Magen verwandelt sich in einen festen Eisblock. Ohne ein Wort rast das Mädchen an mir vorbei und verschwindet den Flur hinunter. Meine Finger beginnen zu zittern und mein Herz hämmert so heftig, dass es sich anfühlt, als würde es durch meine Rippen brechen. Ich stolpere nach hinten und ein bitterer Geschmack steigt in meiner Kehle auf. „Baby, warte!“ Bryans Stimme folgt mir, als er in den Flur tritt. Ich drehe mich um und renne los. Ich bin wild entschlossen, so viel Abstand wie möglich zwischen uns zu bringen. Denn meine Brust brennt vor Wut. Aber er fängt mich ein und seine Hände klammern sich um mein Handgelenk, bevor ich entkommen kann. Er dreht mich zurück zu ihm und blockiert mir den Weg. „Baby, lass uns darüber reden!“ „Lass mich los!“, fauche ich mit zitternder Stimme. „Fass mich nicht an!“ Ich stoße gegen seine Brust, aber er weicht nicht zurück. Er zieht mich in sein Zimmer, während er mich fest im Griff hat. „Es ist besser, wenn wir reingehen. Hier draußen können uns alle hören.“ Drinnen stoße ich ihn endlich weg. Meine Brust hebt und senkt sich schnell. Ich will Antworten, aber ich kenne die Wahrheit schon. Die Beweise sind überall: das zerknitterte Laken, der Duft ihres Parfüms und der verzweifelte, schuldbewusste Blick in seinen Augen. Er läuft im Zimmer auf und ab und fährt sich mit der Hand durch die Haare, bevor er stehenbleibt und meine Schultern packt. „Ich habe Mist gebaut, okay?“ Er fährt sich mit der Hand über das Gesicht. „Es war ein Fehler!“ Meine Augen zucken. „Ein Fehler?“ „Ja, Baby“, sagt er, aber seine Augen weichen meinen aus. „Ein paar Jungs waren gestern Abend hier. Wir haben zu viel getrunken. Ich war so besoffen, dass ich, ähm, ich dachte, sie wäre du. Ich erinnere mich nicht mal an die Hälfte davon.“ Ich blinzle und kann kaum fassen, was er gerade gesagt hat. Mein Verstand stolpert über seine Worte, denn sie ergeben überhaupt keinen Sinn. Hat er das wirklich gerade gesagt? Erwartet er tatsächlich, dass ich ihm diese erbärmliche Lüge glaube? Ich starre ihn an und mein Mund ist leicht geöffnet. Eigentlich erwarte ich, dass er seine Worte zurücknimmt. Aber das tut er nicht. Er hält einfach meinen Blick, als ob er sehen will, ob ich dumm genug bin, seiner lächerlichen Lüge zu glauben. „Du, ähm, du dachtest, sie wäre ich?“, bringe ich wütend hervor. „Meinst du das ernst?“ „Ja, Baby! Ich meine es ernst! Ich wollte das alles nicht. Es war ein Fehler!“ Er beharrte darauf. „Und ehrlich gesagt hat sie auch zuerst mit mir geflirtet. Wie sollte ich ihr widerstehen? Ich war doch so betrunken! Ach, komm schon! Du weißt doch, dass ich dich liebe!“ Ein bitteres Lachen entfährt mir. „Dass du mir fremdgegangen bist, ist die eine Sache, Bryan“, fauche ich und mache einen Schritt auf ihn zu. „Aber dass du wirklich denkst, dass ich dumm genug bin, deine Lügen zu glauben, ist nochmal auf einer ganz anderen Ebene!“ „Katy, du darfst jetzt auch nicht so überreagieren“, sagt er und seine Stimme wird kälter. „Jasper und Hannah hatten die gleichen Probleme und sie haben es hingekriegt. Warum kannst du nicht ein bisschen mehr wie sie sein?“ Ich fühle, wie Hitze in mir aufsteigt. „Ich soll nicht überreagieren?“, schreie ich. „Vierzehn Monate, Bryan! Vierzehn Monate voller Versprechen! Du hast jedes einzelne gebrochen! Und jetzt besitzt du auch noch die Frechheit, mir zu sagen, dass ich nicht überreagieren soll?“ Er schnaubt und seine Maske fällt endlich. „Versprechen? Willst du dieses Thema wirklich ansprechen?“ Ich weiche zurück. „Was meinst du damit?“ Er verschränkt die Arme und kommt auf mich zu. „Du willst über Versprechen reden? Gut. Lass uns darüber reden!“ Er sticht mit einem Finger in mein Gesicht und seine Augen verdunkeln sich. „Du hast versprochen, dass dein Stundenplan unsere Beziehung nicht beeinflussen würde! Und wie sieht es jetzt damit aus? Jeden verdammten Tag bist du beschäftigt! Debattierclub, Zeitschriften gestalten und was weiß ich noch für langweilige, dumme Aktivitäten! Alles andere ist dir wichtiger als ich!“ „Das ist nicht ...“, fange ich an, aber er unterbricht mich. „Ich habe jeden Tag Training und finde trotzdem noch Zeit für dich!“, schreit er und ich zucke zusammen. „Weißt du was? Das hier ist allein deine Schuld!“ Er stößt erneut gegen meine Schulter. „Das ist deinetwegen passiert! Du bist schuld daran!“ Ich trete zurück und Wut steigt in mir auf. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass die Person, die ich ein ganzes Jahr lang geliebt und der ich vertraut habe, sich so verhalten könnte. Er verdreht die Wahrheit und gibt mir die Schuld daran, dass er mir fremdgegangen ist! „Du bist ein Feigling, Bryan“, flüstere ich, während ich meinen Kopf hebe, um ihm in die Augen zu sehen. „Das bist du. Du gibst mir die Schuld, obwohl du mir fremdgegangen bist? Ich bin fertig mit dir!“ Ich stürme zu seinem Schreibtisch und lasse Papiere und Bücher auf den Boden fallen, während ich nach meinem Lehrbuch suche. Ich muss hier raus, bevor meine Wut überhandnimmt. Bevor ich etwas tue, das ich bereuen werde. „Du tust ja gerade so, als gäbe es da draußen jemand Besseren für dich. Den gibt es aber nicht! Und den wird es auch niemals geben!“ Er will mich nun auch noch verhöhnen. „Niemand sonst wird dich jemals so gut behandeln wie ich!“ Ich halte inne und starre ihn an. Er tritt näher und seine Stimme wird lauter, als er seine Behauptung wiederholt. „Bevor du mit mir zusammengekommen bist, warst du ein Niemand, Katy. Ich habe dich populär gemacht. Jetzt betrittst du einen Raum und die Leute kennen deinen Namen. Meinetwegen. Wegen Bryan Cooper.“ Jetzt reicht es mir. Ich verkürze den Abstand zwischen uns und atme gegen sein Gesicht. „Du wirst nie wieder mit mir reden! Hast du verstanden?“, zische ich. „Und merk dir meine Worte: Ich werde dich durch jemanden ersetzen, der heißer, klüger und einfach in allem besser ist, als du es je sein könntest!“ Ich reiße mir die Paar-Kette, die er mir geschenkt hat, von meinem Hals und werfe sie ihm vor die Füße. Ohne ein weiteres Wort stürme ich mit meinem Lehrbuch hinaus, während Tränen in meinen Augen brennen. Ich habe es geschafft, nicht vor ihm zu weinen, aber als ich die Treppe hinunterlaufe, bricht der Damm schließlich. Ich breche an der Seite des Gebäudes zusammen und drücke meine Hände gegen meine Brust, während Schluchzer unkontrolliert aus mir herausbrechen. Es fühlt sich an, als hätte mir jemand mein Herz herausgerissen und es in tausend Stücke zerrissen. Unsere Erinnerungen und gemeinsamen Momente füllen meinen Geist und stechen mir direkt ins Herz. Plötzlich summt mein Handy in meiner Tasche. Ich nehme es mit zitternden Händen heraus. „Katy?“ Die Stimme meines Bruders dringt an mein Ohr. „Ja?“, schniefe ich und wische meine Tränen weg. „Vergiss nicht, dass du versprochen hast, Braydon nach deiner Vorlesung Nachhilfe zu geben!“, sagt er und klingt genervt. „Er nervt mich schon!“ Ich beiße mir auf die Lippe und will ihm eigentlich sagen, dass ich das gerade echt nicht kann. Nicht in diesem Zustand. Aber ich habe ihm bereits versprochen, seinem Freund zu helfen. Also atme ich aus und schlucke den Kloß in meinem Hals hinunter. Dann erhebe ich mich langsam. „Okay.“ Das ist alles, was ich erwidern kann. Kapitel 2 Braydons Perspektive „Arschloch!“, schreie ich. Die Worte platzen aus mir heraus, als mich irgendein Typ schneidet. Ich schlage mit der Hand aufs Lenkrad und werfe einen finsteren Blick in den Rückspiegel, obwohl ich weiß, dass er mich nicht sehen kann. Perfekt. Einfach perfekt! Ich bin heute besonders schlecht gelaunt. Verdammt, ich war die ganze Woche schlecht gelaunt. Nichts scheint richtig zu laufen und jede Kleinigkeit ist einfach nur ein weiterer Tropfen, der das Fass bald zum Überlaufen bringen wird. Und das alles nur, weil das Ultimatum von meinem Vater an mir nagt. „Bestehe alle deine Kurse oder du kannst dein Eishockey vergessen!“ Seine Stimme geht mir nicht aus dem Kopf. Ist doch kein Problem, oder? Als könnte ich einfach einen Schalter umlegen und es geschehen lassen. Ich kann in den meisten meiner Kurse eine Drei schaffen, na ja, außer in Marketing und Wirtschaftsethik. Wenn ich in denen durchfalle, gibt es keinen Abschluss, kein Eishockey und schlimmer noch, Bryan bekommt die Hände an die Firma meiner Mutter. Genau das haben er und seine Mutter geplant. Aber ich werde alles dafür tun, dass sie nicht in die Hände bekommen werden, was meine Mutter mit ihrem eigenen Schweiß und Blut aufgebaut hat. Der Gedanke lässt mich einfach nicht los. Es geht so weit, dass ich am liebsten auf irgendetwas einschlagen möchte. Ich kann das hörbare Stöhnen, das meiner Kehle entweicht, nicht unterdrücken. Ich fahre auf den Parkplatz meiner Wohnung und stelle den Motor ab. Einen Moment lang sitze ich einfach da, umklammere das Lenkrad und starre mich im Rückspiegel an. „Du schaffst das!“, sage ich zu mir selbst. Ich kann es schaffen! Zum Glück ist Justins kleine Schwester Katy ein Genie. Alles, was ich brauche, sind ein paar Nachhilfestunden mit ihr. Dann kann ich meine Noten halten und weiterhin Eishockey spielen. Das ist der Plan. Aber im Moment brauche ich etwas, das mich ablenkt, bevor ich noch durchdrehe. Ich nicke, schiebe die Tür auf und gehe zu meinem Wohnhaus. Ich laufe langsamer, als ich mich meiner Tür nähere und jemanden sehe, der sich gegen den Rahmen lehnt. Ihr Kopf hebt sich, ihre Augen treffen meine und ein schelmisches Lächeln formt sich auf ihren Lippen. Stacy. Genau die Ablenkung, die ich gebraucht habe. Ich hatte ihr vor zwanzig Minuten eine Nachricht geschickt, aber nicht erwartet, dass sie so schnell kommen würde. Anscheinend doch. Sie trägt nichts als eine Jacke und Spitzenstrumpfhosen. Und wenn ein Mädchen so vor deiner Tür wartet, weißt du genau, dass sie darunter nichts anderes trägt. „Hat ganz schön lange genug gedauert.“ Sie schenkt mir ein sexy Lächeln, das mir sagt, dass ich gleich meinen schlechten Tag vergessen werde. Mein Blick gleitet über sie, während ich den Schlüssel ins Schloss stecke. „Ist das alles für mich?“ Ihre Augen glitzern. „Na klar!“ Ich habe kaum einen Fuß in der Tür, bevor ihre manikürten Finger über meine Brust streichen. „Wie lange ist es her?“, schnurrt sie. „Viel zu lange“, antworte ich. Ihr Lächeln wird breiter, als sie aus ihrer Jacke schlüpft und sie auf den Boden fallen lässt. Sie geht auf die Knie und lockt mich mit einem Finger zu sich. „Komm her!“ Ich zögere nicht, den Abstand zwischen uns zu schließen. Die Welt außerhalb der Tür, die Frustrationen des Tages, das Ultimatum meines Vaters, meine Noten, all das verblasst zu einem fernen Summen. Sie greift nach dem Bund meiner Jeans und ihre Finger öffnen spielerisch den Knopf, bevor sie an meinem Reißverschluss zieht. Einen Moment später springt mein Schwanz heraus. Es ist eine Erleichterung, nach der ich mich schon den ganzen Tag gesehnt habe. Er landet direkt in ihrer wartenden Hand. Das Gefühl ihrer Finger, die sich um mich schließen, entlockt mir ein tiefes Stöhnen. „Los, nimm ihn in den Mund!“, sage ich. Auf mein Kommando öffnet sie ihren Mund und umschließt meine Länge mit ihren Lippen. Zwei Stunden später liegt Stacy neben mir und kuschelt sich an meine Brust. Sie zeichnet verspielte Linien auf meine Haut. Es ist eine intime Geste, aber ich mag das Kuscheln nicht. Ich fühle mich dabei irgendwie eingeengt. Langsam rühre ich mich, um ihren Kopf von meiner Brust zu bewegen. Dann suche ich nach meiner Shorts auf dem Boden. „Du ...“ „Ich habe dich vermisst“, sagt sie plötzlich und unterbricht mich. Ich drehe mich um und bin für einen halben Moment überrascht, bevor ich mich wieder fange. Der erste Gedanke, der mir in den Sinn kommt, ist: „Hat sie unsere Regeln vergessen?“ Wir haben uns vor drei Monaten das erste Mal getroffen und ich habe damals ganz klar meine Grenzen abgesteckt. Es war eigentlich einfach, weil sie direkt damit einverstanden war, dass es zwischen uns nur um Sex gehen würde. Aber jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher, ob sie das immer noch so sieht. Es scheint, als würde sie sich nun wie all die anderen Mädchen verhalten, die nach ein paar Malen dann doch mehr wollen. „Ja, ich war beschäftigt“, murmele ich, während ich meine Shorts hochziehe. Ich kann nicht sagen, dass ich sie auch vermisst habe. Denn das würde alles nur verkomplizieren und sie in die Irre führen. Aber die Wahrheit, dass sie mir seit unserem letzten Treffen nicht einmal in den Sinn gekommen ist, würde viel zu kalt und gemein klingen, um sie laut auszusprechen. „Morgen früh hab ich Training.“ Ich reibe mir den Nacken und hoffe, dass sie den Hinweis versteht und geht. Aber das scheint weit entfernt von dem, was sie im Sinn hat. „Willst du mich wirklich rauswerfen, nur Minuten nachdem wir gerade ...“ Ihre Stimme wird schärfer. „Nachdem wir gerade Sex hatten?“ „Stacy, hör zu ...“ „Im Ernst, ist das alles? Bin Bin ich in deinen Augen nur dafür gut? Wir treffen uns, haben Sex und das war's?“ Sie sieht jetzt sichtlich verärgert aus. „Ich dachte, wir hätten das geklärt“, antworte ich mit fester Stimme. „Ich habe dir doch von Anfang an gesagt, dass ich nichts Ernstes suche. Keine Verpflichtungen, nur Sex.“ Ihre Finger zittern, als sie sich ihre Jacke vom Boden schnappt. „Ich will aber nicht mehr nur dein Mädchen für zwischendurch sein. Ich will deine feste Freundin sein!“ „Du weißt, dass das nicht passieren wird“, antworte ich trocken. „Aber warum?“, fordert sie eine Antwort. „Ich muss mich nicht vor dir rechtfertigen! Und tu nicht so, als hätte ich dich hinters Licht geführt! Du kanntest unsere Abmachung von Anfang an!“ Ich neige meinen Kopf zur Tür. „Wenn Sex ohne Verpflichtungen nicht dein Ding ist, hättest du damals nicht zustimmen sollen. Jetzt tu uns beiden einen Gefallen und geh bitte!“ Ihr Gesichtsausdruck wird sofort weicher und ihr Blick wird flehend, als ihr klar wird, dass ich es ernst meine. „Aber ...“, krächzt sie und ihre Stimme bricht. „Ich mag dich wirklich. Kannst du nicht ...“ Sie hebt eine Hand, um mich zu berühren, aber ich mache einen schnellen Schritt zurück. Ihre Hand bleibt in der Luft hängen und ihre Augen werden sofort wieder kalt. Die Verletzlichkeit weicht sofort einer schneidenden Wut. „Und warum genau kann ich nicht deine Freundin sein?“, fragt sie mit harter Stimme. „Was ist so falsch an mir? Hast du etwa eine Checkliste, die ich nicht erfülle?“ Ich antworte ihr nicht, sondern drehe mich um und gehe aus dem Schlafzimmer. Sie folgt mir und ihre Schuhe klackern auf dem Holzboden. Aber ich ignoriere sie. Ich gehe am Esstisch vorbei direkt zum Kühlschrank und öffne mir ein Bier. Sie bleibt abrupt stehen, die Wut in ihrem Körper wird plötzlich durch Schock und Schmerz ersetzt. „Das war's also? Du holst dir einfach ein Bier? Es ist dir nicht einmal wichtig, oder?“ Ich nehme einen langsamen Schluck, ohne sie anzusehen. „Ich dachte, wir wären uns einig. Da hab ich mich aber offensichtlich getäuscht.“ „Ich wäre wirklich eine gute Freundin!“, fleht sie und ihre Stimme erhebt sich. „Ich wäre eine großartige Freundin! Gib mir doch einfach eine Chance!“ Ich schüttle den Kopf. „Ich brauche keine Freundin.“ Die Worte hängen einen Moment in der Luft, bevor etwas in ihr zerbricht. Sie lässt einen frustrierten Schrei los und schreit: „Dann fick dich!“ Sie stürzt zur Haustür und reißt sie auf. Dann rennt sie hinaus und stößt fast mit einem Mädchen zusammen, das den Flur entlangkommt. Sie hat einen Stapel Bücher in den Armen. Das Mädchen weicht ihr aus, um nicht getroffen zu werden. Es ist Katy. Ihr müder Blick fällt auf Stacy und dann auf mich, aber ihr Gesichtsausdruck ist unergründlich. Stacy mustert sie langsam und dreht sich dann mit einem spöttischen Lächeln zu mir um. „Echt jetzt? Ich dachte, du hättest höhere Standards!“ Mein Mund öffnet sich und ich will sie eigentlich zurechtzuweisen, aber Katy kommt mir zuvor. „Entspann dich! Ich bin nicht hier, um mit ihm rumzumachen. Im Gegensatz zu dir habe ich tatsächlich einen Grund hier zu sein.“ Wir beide erstarren und meine Augenbrauen heben sich überrascht. Stacys Lächeln verschwindet und für einen kurzen Moment sieht sie aus, als wäre sie geohrfeigt worden. Kapitel 3 Katys Perspektive Die Rothaarige starrt mich an und ihre Brust hebt und senkt sich, als würde sie versuchen, ihre Wut in gemessenen Atemzügen herauszudrücken. Ich warte auf eine Erwiderung, aber sie schenkt mir nur einen schneidenden Blick. Dann schnauft sie abfällig in Braydons Richtung und stürmt davon, während sie leise Flüche vor sich hin murmelt. Ich schaue ihr hinterher und beiße die Zähne zusammen, während die Irritation meine Haut prickeln lässt. Was ist heute nur los mit mir und Rothaarigen? Erst Bryan am Morgen und jetzt sein Bruder. Es scheint, als hätten sie beide einen bestimmten Typ. Ein leises Lachen aus der Tür lenkt meine Aufmerksamkeit zurück zu Braydon. Er lehnt lässig am Türrahmen und ein freches Grinsen umspielt seine Lippen. Seine Bauchmuskeln sind voll zur Schau gestellt. Im goldenen Licht ist der Anblick unmöglich zu ignorieren. „Hätte nicht gedacht, dass du so schlagfertig bist, Peach.“ Ich hebe eine Augenbraue und eine Mischung aus Ärger und Neugierde brodelt in mir auf. „Peach?“ Er stößt sich von der Tür ab und tritt einen Schritt näher zu mir. Dann streckt er die Hand nach mir aus. Ich weiche leicht zurück und mir läuft ein Schauer über den Rücken. Aber sein Grinsen wird nur noch breiter. „Reg dich ab“, sagt er und neigt den Kopf in Richtung meiner Brust. Ich blicke nach unten und dann verstehe ich es. Auf meinem Oberteil ist ein Pfirsich abgebildet. Hitze steigt in meine Wangen und ich kann nicht anders, als die Augen zu verdrehen und amüsiert zu schnauben. Ich dränge an ihm vorbei in seinen Wohnbereich. „Zieh dir ein Hemd an!“ „Warum?“ Seine Stimme summt vor Amüsement, obwohl ich mich weigere, ihn anzusehen. „Bist du etwas abgelenkt von dem Anblick?“ Ich drehe mich zu ihm um. „Schon mal was von dem Wort Anstand gehört?“, sage ich. „Man buchstabiert es ...“ „Hey, ich kann das buchstabieren! Für wen hältst du mich?“, unterbricht er mich mit vorgespielter Verärgerung, die das Ganze irgendwie noch irritierender macht. Er schließt die Tür und schlendert zur Küchentheke. Dort steht eine Bierdose und vor meinen Augen nimmt er sie sich und trinkt sie in einem Zug leer. „Ist das Alkohol?“, frage ich und balle die Fäuste an meinen Seiten. Er wirft mir einen seltsamen Blick zu und seine Augen wandern zu der nun zerdrückten Dose in seiner Hand. „Es ist Bier. Also ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass da Alkohol drin ist.“ Er neigt den Kopf und sein Grinsen kehrt zurück. „Solltest du nicht die Klügere von uns beiden sein?“ In mir brodelt die Wut. Hat Justin ihm etwa nicht gesagt, dass ich vorbeikomme? Nein, das kann nicht sein. Justin hat mich schließlich heute Morgen angerufen, um mich an die Nachhilfe zu erinnern. Also weiß Braydon, dass ich hier bin, um mit ihm zu lernen, und nicht um ihm beim Betrinken zuzusehen. „Du trinkst vor der Nachhilfe Alkohol?“, frage ich und meine Stimme klingt angespannt. Er seufzt dramatisch und wirft die Dose in den Müll. „Sei doch nicht so empfindlich, Peach!“, sagt er neckend. „Es ist doch nur eine Dose. Davon werde ich doch nicht betrunken. Außerdem können wir uns heute vielleicht erstmal besser kennenlernen. Justin hat definitiv nicht erwähnt, dass du zu einer solch hübschen Frau herangewachsen bist.“ Ich spüre, wie die Irritation meine Wirbelsäule hinaufkriecht und meine Lippen zucken. Meine Augen huschen zur Tür und ich bin kurz davor, direkt wieder zu gehen. Aber dann erinnere ich mich an Justins Flehen und die tausend Euro, die er mir für mein neues MacBook versprochen hat. Ich werfe ihm einen tödlichen Blick zu. „Erstens, nenn mich nie wieder Peach! Zweitens, hast du schon mal darüber nachgedacht, dass einer der Gründe, warum du in deinen Kursen versagst, ist, dass du zu viel flirtest? Und vergessen wir nicht, dass du quasi süchtig nach Eishockey bist? Wenn du tatsächlich aufhören würdest, darüber nachzudenken, wie du am besten mit mir flirten kannst, könnten wir vielleicht heute Abend etwas erreichen. Aber wenn nicht, werde ich auch gerne deine Zeit verschwenden und dir dabei zusehen, wie du versagst.“ „Hast du eigentlich auch Freunde?“, antwortet er ganz beiläufig und überrascht mich damit. „Oder haben sie dich alle sitzen lassen, weil du nur liest und lernst, anstatt auch mal Spaß zu haben?“ Seine Worte tun weh. Denn sie bringen die Erinnerung an das zurück, was Bryan heute Morgen zu mir gesagt hat. Aber ich schlucke den Schmerz herunter. „Du hast wahrscheinlich so viel Spaß mit irgendwelchen Freunden, dass du vergisst, dass andere Dinge auch wichtig sind.“ Ich halte mein Buch hoch. „Zum Beispiel die Uni erfolgreich abzuschließen.“ Sein Grinsen wird breiter und ich sehe, dass er das als Herausforderung betrachtet. Steht er etwa darauf, wenn ich so beharrlich bin? „Wo ist dein Zimmer? Lass uns anfangen!“, füge ich hinzu und halte meine Stimme ruhig. Er führt mich zu seinem Zimmer und ich folge ihm. Als ich eintrete betrachte ich den Raum. Poster der Chicago Blackhawks bedecken die Wände, zusammen mit ein paar anderen Spielern, die ich aus Justins Zimmer bereits kenne. Überraschenderweise ist es sauberer, als ich erwartet hatte, bis mein Blick auf seinem Bett landet. Galle steigt in meiner Kehle auf. Die Bettwäsche ist zerwühlt und zwei leere Kondomverpackungen liegen auf dem Boden. Ich stürme hinaus und klammere mich an meine Bücher, während mir Hitze ins Gesicht steigt. Er folgt mir und ein amüsiertes Staunen zeichnet sich auf seinem Gesicht ab. Aber ich bleibe nicht stehen. „Wir machen das einfach hier“, sage ich und weigere mich, ihm in die Augen zu sehen. Ich lasse meine Bücher auf den Tisch fallen, denn meine Hand schmerzt auch schon vom langen Tragen. Braydon kommt näher und verringert den Abstand zwischen uns. „Warum bist du gerade aus meinem Zimmer gestürmt?“, fragt er. „Kannst du es nicht ertragen, mit mir im selben Raum zu sein, Peach?“ Dieser blöde Spitzname schon wieder. Mir reißt der Geduldsfaden. „Du solltest dein Zimmer nach dem Sex aufräumen, besonders wenn du Besuch erwartest! Das nennt man Anstand! Ich dachte, du hast vielleicht schon mal davon gehört, aber anscheinend nicht!“ Seine Finger heben plötzlich mein Kinn an und zwingen mich, ihn anzusehen. „Bist du dir sicher, dass das der einzige Grund ist? Weißt du, ich könnte mir auch ein wenig Zeit für dich nehmen ...“ Das reicht! Ich habe genug! Mir wird heiß vor Wut, als ich mir meine Bücher vom Tisch schnappe und zur Tür stürme. „Such dir jemand anderen!“, schreie ich. Er packt meinen Arm und versucht mich aufzuhalten, aber ich reiße mich heftig aus seinem Griff. Ich werde nicht zwei Stunden seines schamlosen Flirtens ertragen, nicht heute. Nicht nach dem Tag, den ich bisher hatte. „Hey, es tut mir leid, okay?“ Braydons Stimme wird weicher, während er fleht. „Lass mich los!“ Ich drehe mich um und versuche, ihn abzuschütteln. „Ich benehme mich ab jetzt“, verspricht er schnell. „Ich ziehe mir ein Hemd an, höre auf, dich Peach zu nennen und sage nie wieder ein Wort, das dir nicht gefällt. Aber bitte gib mir Nachhilfe! Ich bin wirklich verzweifelt!“ Ich drehe mich um und bin bereit, ihm zu sagen, dass er nicht verzweifelt genug wirkt, als meine Tasche unaufhörlich zu vibrieren beginnt. Mit einem Seufzen ziehe ich mein Handy heraus und erwarte, dass es ein Mitglied meiner Lerngruppe ist. Aber nein, es ist Bryan. Mir wird flau im Magen, als ich die Benachrichtigung öffne. Statt mit Entschuldigungen, wie ich für einen Moment dachte, ist mein Bildschirm mit widerwärtigen Nachrichten von ihm gefüllt. Meine Kehle brennt, als mein Blick auf eine Nachricht fällt, die den Rest verschwimmen lässt. Bryan: „Gib mir meine Baseballjacke zurück! Meine neue Freundin will sie haben.“ Alles andere verblasst, während heiße Wut durch mich hindurchbrennt. Ich lese die Zeile zweimal, aber die Worte ändern sich nicht. Er will, dass ich ihm seine Baseballjacke zurückgebe? Und nicht nur das. Er hat schon eine neue Freundin? Weniger als zwölf Stunden, nachdem wir Schluss gemacht haben? Mein Kiefer verkrampft sich vor Wut. Er macht das nur, damit ich mich aufrege. Aber verdammt, es funktioniert! Wenn ich nicht zurückschlage, gewinnt er. Die Erinnerung daran, wie er höhnisch sagte, dass ich niemals einen Besseren als ihn finden würde, hat sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt. „Hey!“ Ein Klopfen auf meiner Schulter holt mich aus meinen Gedanken zurück und ich höre Braydons Stimme. „Hast du überhaupt ein Wort von dem gehört, was ich gerade gesagt habe? Ich sagte, ich werde alles tun, was du willst. Alles!“ Ich drehe meinen Kopf zu ihm und es dauert einen Moment, bis ich mich wieder fange. Aber sein letztes Wort hallt in meinem Kopf nach. Alles! Er würde alles tun, was ich will. Die Worte hallen wie ein Mantra in meinem Kopf wider und plötzlich schwirren mir Ideen durch den Kopf, die dort nicht hingehören. Mein Blick gleitet über seinen Körper und er bemerkt es. Seine Augenbrauen ziehen sich verwirrt zusammen. Ich sollte nicht einmal darüber nachdenken, aber der Gedanke ist so verdammt verlockend. Braydon Cooper, der Goldjunge des Campus und Star-Stürmer des Eishockeyteams. Er ist der Typ, für den Mädchen alles tun würden, nur um mit ihm gesehen zu werden. Und die Jungs hassen ihn, weil er ihnen mit nur einem Lächeln die Freundinnen ausspannen kann. Er mag ein Player sein, aber jeder weiß, dass er auch unerbittlich wählerisch ist. So sehr, dass Mädchen damit prahlen, wenn sie es überhaupt nur in die Nähe seines Bettes schaffen. Allein mit ihm gesehen zu werden, reicht aus, um deinen sozialen Status über Nacht zu steigern. Du bekommst Einladungen zu Veranstaltungen, nur weil du Braydon Coopers Aufmerksamkeit erregt hast. Und jetzt steht er vor mir und sagt, dass er alles tun würde, was ich möchte. Er ist eigentlich perfekt geeignet für meinen Racheplan. Nicht nur wegen seines Status an der Uni, sondern auch weil er Bryans Bruder ist. Was könnte Bryans aufgeblasenes Ego besser zerstören, als wenn er seine angeblich ersetzbare Ex am Arm seines heißeren und besseren Bruders erblicken würde? Ich wende mich vollends Braydon zu und Hitze prickelt unter meiner Haut. „Du würdest wirklich alles tun, ja?“, frage ich und beobachte ihn genau. Er mustert mich und zum ersten Mal, seit ich hier angekommen bin, flackert Unsicherheit in seinen Augen auf. Trotzdem nickt er. „Ja.“ Ich atme langsam ein, um die Hitze in meiner Stimme zu zügeln. „Dann habe ich einen Vorschlag. Ich werde dir Nachhilfe geben. Und nicht nur so, dass du bestehst. Sondern du wirst deine Kurse mit Bravour bestehen, jeden einzelnen. Das wäre mein Teil des Deals.“ Er verengt die Augen und wartet ab. „Und weiter?“ „Im Gegenzug ...“, sage ich. „Wirst du deinen Charme, deine Kontakte und deinen guten Ruf nutzen, um mich öffentlich zu umwerben. Wir werden eine Beziehung führen, von der jeder an der Uni hören wird.“ Kapitel 4 Katys Perspektive „Was?“ Braydon starrt mich an, als hätte ich plötzlich zwei Köpfe bekommen. „Ich sagte, dass ...“ „Ja, ich hab's schon verstanden.“ Er unterbricht mich und tritt einen Schritt näher, als wolle er mein Gesicht besser lesen. „Du willst, dass wir eine Scheinbeziehung führen?“ Ich lecke mir über die Lippen, bevor ich antworte, und mein Puls hämmert in meiner Brust. „Ja.“ Er schnaubt und schüttelt ungläubig den Kopf. „Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, Peach. Aber feste Beziehungen sind nicht mein Ding. Alles, nur das nicht.“ Seine Ablehnung tut mehr weh, als ich erwartet hatte. Die Enttäuschung schneidet durch mich hindurch. Ich atme langsam aus und beiße mir auf die Lippe. Ich habe schon davon gehört, dass er angeblich keine festen Beziehungen führt. Aber zuvor habe ich es nur als eine weitere Masche von ihm abgetan, um sich noch begehrenswerter zu machen. Aber jetzt war ich mir nicht mehr so sicher. Die Art, wie er mich abblitzen lässt, lässt mich darüber nachdenken, ob er das tatsächlich ernst meint. Schließlich habe ich ihm gerade ein wirklich verlockendes Angebot unterbreitet. Ich räuspere mich und zwinge meine Stimme ruhig zu bleiben. „Überleg dir das gut! In vier Wochen sind die Zwischenprüfungen. Da entscheidet sich schon ein großer Teil der Endnote. Wenn du bestehen willst, musst du eh viel Zeit mit mir verbringen. Wir haben noch einen Monat zur Vorbereitung. Das ist also eine Win-Win-Situation.“ „Mhm.“ Er schnippt mit den Fingern. „Ich muss aber leider passen! Es muss doch noch etwas anderes geben, das du willst. Ich meine …“ Sein Grinsen kehrt zurück. „Ich hätte nicht gedacht, dass du zu meinen Fangirls gehörst.“ Ich rolle mit den Augen und starre ihn an. „Ich bin nicht an dir interessiert. Und ich habe auch nie heimlich für dich geschwärmt.“ „Wirklich nicht?“ Er unterbricht mich und seine Stimme ist tatsächlich von Unglauben durchzogen. „Also, warum dann? Ich meine, ähm, bist du nicht noch mit Bryan zusammen oder so?“ „Daran hättest du dich erinnern sollen, bevor du mit mir geflirtet hast!“, schnappe ich zurück. Mein Brustkorb hebt sich einmal, aber ich zwinge mich zur Ruhe. Es kostet mich alles, die Worte herauszubringen. „Bryan und ich haben Schluss gemacht.“ Sein Gesicht verändert sich nicht. Ich erkenne nicht einmal einen Hauch von Mitgefühl. Er sieht auch nicht aus, als würde er gleich sagen, dass es ihm leidtut, das zu hören. Stattdessen zieht er eine Augenbraue hoch. „Und jetzt? Willst du durch diese Scheinbeziehung Rache an ihm nehmen, oder wie?“ Der Drang, ihn anzuschreien, brennt in meiner Kehle. Aber ich schlucke es herunter. Ich muss mit ihm verhandeln. Denn ich brauche diesen Deal. Schwer zu schlucken fühlt sich gerade an, als würde ich mich selbst aufspießen, während ich die Wahrheit zugebe. „Er hat mich betrogen.“ Das trifft ihn. Sein Ausdruck verändert sich und der Schalk verschwindet aus seinem Gesicht. Seine Augen verdunkeln sich und ein Funke Wut flammt darin auf. „Dieser verdammte Wichser!“ „Es ist schon okay“, bringe ich hervor, obwohl es das nicht ist. „Ich will ihm nur beweisen, dass er unrecht hat. Er hat gesagt, dass ich niemals einen Besseren finden werde. Aber ...“ Ich zucke mit den Schultern und zwinge die Resignation in meine Stimme. „Ich schätze, du wirst deine Regel wohl nicht für mich lockern.“ Ich drehe mich um und tue so, als würde ich aufgeben und weggehen, obwohl ein Teil von mir ihn still anfleht, mich aufzuhalten. „Warte!“ Seine Stimme erklingt gerade, als meine Hand die Tür streift. Meine Lippen zucken zu einem Lächeln, aber ich unterdrücke es. Ich zwinge mich zu einem neutralen Gesichtsausdruck, als ich mich zu ihm umdrehe. Braydon fährt sich mit der Hand durch die Haare und ich weiß, dass er darüber nachdenkt. Ehrlich gesagt kann ich es ihm nicht verdenken. Ich weiß schon jetzt, wie explosiv es wäre, wenn die Nachricht sich verbreiten würde. Justin würde definitiv ausflippen und alle würden mit den Augen an meinem Leben kleben, als wäre es ihre Lieblingsserie. Das einzig Gute daran wäre eigentlich, dass Bryan total ausflippen würde. „Du hilfst mir wirklich, meine Kurse zu bestehen?“, fragt er schließlich und sein Blick trifft meinen. Ich nicke. „Ja. Aber das hängt auch davon ab, wie überzeugend du als mein Freund bist.“ Seine Stirn runzelt sich. „Wie stellst du dir das überhaupt genau vor?“ „Die Leute müssen wirklich glauben, dass wir zusammen sind“, sage ich gleichmäßig. Ein Grinsen zieht an seinen Lippen. „Das wird nicht leicht, angesichts meiner Vorgeschichte ...“ Ich atme tief ein und meine Geduld schwindet. „Willst du wirklich deinen Abschluss machen oder nicht?“ Er nickt und wirft mir einen gespielten finsteren Blick zu. „Du bist echt nervig.“ „Haben wir also eine Abmachung?“, dränge ich ihn, ohne nachzugeben. Er bleibt still. Die Stille dehnt sich so lange aus, dass ich alles infrage stelle. Dann seufzt er. „Ja, okay. Wir haben eine Abmachung.“ Ich unterdrücke einen Freudenschrei. Er hat tatsächlich zugestimmt! Ich fass es nicht, dass ich das geschafft habe! Aber plötzlich werden mir die Ausmaße dieser Sache bewusst. Das ist wirklich riesig. Ich bin nun seine erste offizielle, feste Freundin. Die Erste! Was es nicht nur zu einem Sieg macht, sondern zu einem direkten Schlag direkt in Bryans Gesicht. Ein weiterer Punkt für mich. „Danke“, sage ich und lege meine Bücher ab, bevor meine Hände zittern können. „Ich hoffe, du wirst auch versuchen, eine großartige Freundin sein“, antwortet er trocken. Der schelmische Unterton ist nun auch wieder da. „Denn ich werde mein Bestes geben. Nur zur Info, ich bin jemand, der gerne Körperkontakt hat.“ Er beginnt wieder, mich zu necken. Aber als sich unsere Blicke treffen, kann ich es diesmal nicht wie gewohnt kontern. Die Luft zwischen uns scheint nun emotionsgeladen. Mir schnürt es die Kehle zu. Ich schaue weg und kratze mich an meinem Arm, als könnte mich das irgendwie ablenken. Tut es aber nicht. Es macht mich nur noch mehr darauf aufmerksam, wie nah er mir gerade ist. „Ähm, lass uns ein paar Regeln besprechen!“, bringe ich heraus. „Was für Regeln?“ Er wartet nicht auf meine Antwort. Seine Hand landet auf meiner Schulter und er zieht mich näher zu sich. Ich werde sofort steif und jeder Nerv in meinem Körper blockiert. Sein Stirnrunzeln vertieft sich. „Du kannst nicht erstarren, wenn ich dich berühre, wenn wir diese Beziehungssache glaubhaft verkaufen wollen. Das ist dir schon klar, oder?“ Ich fühle mich alarmiert. „Warum solltest du mich überhaupt berühren?“ Er neigt den Kopf und hebt eine Augenbraue. „Weil ich doch dein Freund sein soll, Peach ...“ Mir schnürt es die Kehle zu. „Kannst du die Leute nicht davon überzeugen, ohne mich zu berühren?“, entgegne ich, während Hitze meinen Nacken hochkriecht. „Na gut, wir können, ähm, ab und zu Händchen halten.“ „Bist du wirklich so schüchtern?“ Seine Lippen zucken. „War deine Beziehung mit Bryan etwa ab zwölf freigegeben oder so?“ „Nein!“, platzt es aus mir hervor, bevor ich mich zurückhalten kann. Meine Stimme stockt, dann wird sie wieder fest, als ich mein Kinn hebe. „Wir hatten oft Sex. Und ja, es gab auch öffentliche Zärtlichkeiten. Der Unterschied ist, dass er tatsächlich mein Freund war.“ Er tritt näher und schiebt mit einer quälenden Langsamkeit eine Haarsträhne hinter mein Ohr. Meine Haut brennt bei seiner Berührung. „Wir haben doch gerade etwas abgemacht, Peach“, sagt er leise. „Und so wie ich das sehe, macht dich das jetzt zu meiner Freundin. Wenn wir Bryan überzeugen wollen, dürfen wir es nicht halbherzig machen. Er riecht Betrug auf einen Kilometer Entfernung. Also werden wir machen, was echte Paare tun.“ Der Raum scheint sich zusammenzuziehen und die Luft wird viel zu stickig. Mein Herzschlag wird so laut, dass ich ihn in meinen Ohren hören kann. Auch wenn ich es ungern zugebe, er hat recht. Wenn ich will, dass Bryan mir das abkauft, muss ich die Rolle überzeugend spielen. Ich nicke und zwinge die Worte heraus. „Vielleicht, ähm, sollten wir Händchenhalten und ein paar körperliche Sachen üben. Einfach, damit es natürlich wirkt.“ Er lacht fast, hält sich aber zurück. In seinen Augen funkelt der Schalk. „Üben, ja? Okay, Peach. Lass uns üben!“ Er führt mich etwas steif zum Sofa und setzt sich neben mich. Dann streckt er seine Hand aus und mein Hals wird vollkommen trocken. Langsam reiche ich ihm meine Hand und in dem Moment, in dem unsere Haut sich berührt, durchfährt mich ein elektrischer Schlag. Ich ziehe meine Hand zurück. Er spürt es auch. Das merke ich daran, dass er mich nicht neckt. Stattdessen leckt er sich die Lippen. „Versuchen wir es nochmal! Streck deine Hand aus!“ Ich schlucke, strecke meine Hand aus und er nimmt sie. Seine Finger verflechten sich mit meinen und mein Herz schlägt so stark gegen meine Rippen, dass er es definitiv auch hören kann. Sein Blick ruht auf mir, während er mit seinem Daumen über meinen Handrücken streichelt. Ein Schauer läuft mir den Rücken hinunter. Warum fühle ich mich so, nur weil ich seine Hand halte? „Siehst du?“, murmelt er. „Es ist gar nicht so schwer.“ Ich nicke schnell und tue so, als würde die Hitze in meinem Bauch nicht mit jeder Sekunde schlimmer werden. Er rückt näher, seine Schulter streift meine und sein Duft überflutet meine Sinne. „Und jetzt“, sagt er und seine Stimme wird leiser. „Kommen wir zum nächsten Punkt auf der Liste des körperlichen Kontakts. Wir sollten uns jetzt küssen ...“ Kapitel 5 Katys Perspektive Ich reiße meine Hand weg und starre ihn an, während mein Puls in meinen Ohren dröhnt. „Bist du verrückt geworden?“ Er schnaubt. „Willst du nun, dass Bryan glaubt, dass wir ein Paar sind, oder nicht?“ Mein Kiefer fällt vor Empörung herunter. „Was hat das mit meinen Lippen zu tun?“ Er schüttelt den Kopf, als wäre ich ein hoffnungsloser Fall. „Was denkst du, was Beziehungen sind? Lerngruppen? Geschäftstreffen?“ Er lehnt sich näher und ich weiche instinktiv zurück, während mein Herz rast. „Männer sind körperliche Wesen und ich bin der körperlichste Mann von allen. Bryan weiß das. Wenn er merkt, dass ich nicht ständig an dir klebe, haben wir ein Problem. Und wir wollen doch keine Probleme, oder?“ Ich beiße mir auf die Lippe und schaue weg. Mein Gehirn dreht sich im Kreis. Vielleicht sollte ich jemand anderen für diese Scheinbeziehung finden. Denn seine Vorschläge sind völlig übertrieben. Er bringt mich allerdings dazu, auf eine Weise zu reagieren, die ich nicht wirklich verstehe. Jetzt denke ich tatsächlich darüber nach, ihn zu küssen ... Nein! Ich verschränke die Arme und sehe ihn an. „Das ist kein Spiel! Es ist eine Scheinbeziehung! Ich werde dich ganz sicher nicht küssen!“ Er lehnt sich unbeeindruckt zurück. „Okay, was schlägst du dann vor? Was machen wir zum Beispiel, wenn wir miteinander ausgehen? Bars? Meine Eishockeyspiele?“ Ich blinzle. „Warte, Bars? Ich muss mit dir in Bars gehen? Warum?“ Er hebt eine Augenbraue, als wäre es das Offensichtlichste auf der Welt. „Weil man das mit seiner Freundin macht.“ Oh, Mann! Das wird mir jetzt schon zu viel! Der Gedanke daran, mit seinen Freunden abzuhängen, die sicher genauso laut und eingebildet sind wie er, dreht mir den Magen um. „Vertrau mir, Peach!“, sagt er mit diesem nervtötenden Grinsen. „Wenn du mit mir in eine Bar gehst, wird Bryan ausflippen. Du musst Sachen mit mir machen, die du mit ihm nie machen wolltest. Sonst nimmt er uns das nicht ab.“ Ich verenge die Augen. „Und was genau passiert in diesen Bars?“ „Na, wir haben Spaß! Trinken ein paar Drinks und dann stelle ich dich als meine neue Freundin vor …“ Sein Grinsen wird breiter. „Oh, und nur zur Info: Die Hälfte der Mädchen dort wird dich wahrscheinlich umbringen wollen.“ Ich rolle mit den Augen, obwohl ich nicht leugnen kann, dass es Sinn ergibt. Mit ihm auszugehen und in seine Welt einzutauchen, wird jeden davon überzeugen, dass wir tatsächlich zusammen sind. Besonders Bryan. Er weiß, dass ich solche lauten Orte wie Bars hasse. Wenn er also davon erfährt, dass ich mit Braydon in einer Bar war, wird er ausrasten. „Okay“, murmele ich. „Ich gehe mit dir in eine Bar.“ „Und zu mindestens einem Heimspiel“, fügt er schnell hinzu. Ich seufze. „Auch das noch ...“ „Und du wirst meine Jacke auf dem Campus tragen.“ Ich nicke ihm zu. „Aber kein Küssen! Wenn du so etwas willst, musst du die Rothaarige anrufen.“ Seine Lippen verziehen sich. „Warum willst du mich eigentlich nicht küssen? Hast du Angst, dass du schlecht darin bist?“ Ich runzele die Stirn. „Ich kann super küssen! Vielen Dank!“ „Ja?“ Er lehnt sich vor. Nah genug, dass mir der Atem stockt. Mein Herz setzt aus und eine Hitze kriecht tief in meinen Bauch. „Dann beweise es mir!“ „Warum muss ich dir irgendetwas beweisen?“, fauche ich, obwohl meine Handflächen schweißnass sind. „Ich weiß, dass ich eine gute Küsserin bin. Ende der Geschichte!“ Er neigt den Kopf. „Ich sehe Angst in deinen Augen. Keine Sorge, ich verstehe das schon ...“ „Was willst ...“ Ich halte inne. Er ist einfach unglaublich! „Warum sollte ich Angst haben, dich zu küssen?“ Er schüttelt langsam den Kopf und ihn scheint das zu amüsieren. „Viele Leute erstarren, wenn ...“ „Na schön!“, platzt es aus mir hervor, bevor ich es stoppen kann. „Lass es uns tun!“ Für einen Moment reißt er die Augen auf. Schock flackert darin auf, bevor sich ein Lächeln auf sein Gesicht schleicht. Seine grünen Augen verdunkeln sich. Eine Hitze sprüht mir entgegen oder vielleicht bin ich es nur, die aufglüht. Meine Hände zittern an meinen Oberschenkeln und mein ganzer Körper fühlt sich an, als stünde er in Flammen. Das darf nicht passieren! Aber es passiert, denn er lehnt sich vor und schließt die Lücke zwischen uns. Unsere Knie berühren sich und Funken schießen durch mich hindurch. Meine Hand hebt sich fast von selbst, meine Finger streichen über seine Wange und mein Daumen fährt seine Kieferlinie entlang. Seine Augen fangen das Licht ein und ich kann den schnellen Schlag seines Pulses an seinem Hals erkennen. Langsam neige ich mich vor, bis meine Lippen seine berühren. In dem Moment, in dem sie sich berühren, durchflutet mich Hitze, die von meinem Mund meinen ganzen Körper hinunterrast. Meine Haut kribbelt und jeder Nerv ist nun wach. Ich spüre ein Ziehen tief in meinem Unterleib, das ich nicht kontrollieren kann. Er schmeckt leicht nach Bier, als seine Zunge in meinen Mund gleitet. Aber irgendwie ist es süchtig machend. Als hätte ich es noch nie zuvor geschmeckt. Für einen Moment vergesse ich alles. Wo wir sind, warum wir das tun und sogar mit wem ich zusammen bin. Alles, was ich fühle, ist die Hitze, die durch meinen Körper schießt. Aber dann holt mich die Realität ein. Ich küsse gerade Braydon! Die letzte Person, die ich jemals küssen sollte! Panik ergreift meine Brust und ich reiße mich atemlos von ihm los. Mein Gesicht brennt heiß und meine Brust hebt und senkt sich viel zu schnell. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie er sich die Lippen leckt und ich presse meine Oberschenkel fest zusammen. Ich sollte jetzt etwas Kluges sagen, aber meine Kehle ist völlig trocken. Daher traue ich auch meiner Stimme nicht. Sie würde mich definitiv verraten. Meine Handflächen sind feucht, also reibe ich sie an meinen Jeans ab und bete, dass er nicht bemerkt, wie durcheinander ich nach unserem Kuss bin. „So“, sagt er schließlich und seine Augen sind auf mich gerichtet. „Ich denke, es existiert definitiv eine gewisse Chemie zwischen uns. Wir haben also nichts zu befürchten.“ Ich zwinge mich, ihn anzusehen, aber die Hitze in seinem Blick ist zu viel für mich. Ich wende mich fast sofort wieder ab. „Ach ja?“ Ich lache nervös und reibe mir meine Arme. „Dann sind wir jetzt wohl fertig hier.“ Ich springe auf die Füße und sammle meine Sachen ein. Aber bevor ich entkommen kann, schließt sich seine Hand um mein Handgelenk. Mein Atem stockt, als ich zu ihm blicke. „Es gibt noch eine Sache“, sagt er. „Ähm, was?“ Meine Stimme stolpert fast über sich selbst. „Die Art, wie du mich ansiehst.“ Ich bin mir sicher, dass mein Gesicht jetzt komplett rot ist. Denn ich spüre, wie das ganze Blut in meinem Körper in mein Gesicht schießt. Wie sehe ich ihn denn bitte an? „Was meinst du damit?“, bringe ich kaum hörbar heraus. „Du musst mich natürlich ansehen, als wärst du in mich verliebt!“, erklärt er trocken. Erleichterung durchströmt mich, als mir klar wird, dass er immer noch über unser kleines Schauspiel spricht. Und nicht über mein Verhalten in genau diesem Moment. Aber dann hebt er seine Finger, neigt mein Kinn in seine Richtung und meine Kehle wird wieder trocken. Mein Blick fällt auf seine Lippen und Panik steigt in mir auf. „Ich denke, das muss ich nicht üben!“, sage ich schnell und stolpere nach hinten. Ich drücke meine Bücher an meine Brust und mache ich mich auf den Weg zur Tür, bevor ich noch völlig zusammenbreche.
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