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Katee Keller
Katee Keller

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Die Sonne stand schon hoch am Himmel, als die Feuerwehr Entwarnung gab. Slim und ich lehnten aneinander, immer noch auf der Rückseite des Krankenwagens. Wir hatten lange genug Sauerstoff geatmet und lehnten die Fahrt ins Krankenhaus ab. Alle anderen waren herausgekom-men, bevor der Rauch zu lähmend geworden war. Der Feuerwehrchef kam herüber, nachdem seine Leute den Großteil ihrer Ausrüstung eingepackt hatten. »Leute, ihr könnt da drin erst morgen wieder rein. Gibt es in den Schlafzimmern irgendetwas, das ihr jetzt sofort braucht? Wir kommen an einige davon ran.« Der Club versammelte sich. Die Nachricht hatte sich verbreitet, und wir hatten die Garage öffnen müssen. Jede Old Lady, Mutter, Oma und Großtante im Bezirk war mit Frühstück aufge-taucht. Ich liebte jede einzelne von ihnen dafür. »Leute? Braucht irgendwer was, bevor wir wieder rein können?« Sie befanden sich in verschiedenen Stadien der Entblößung, die meisten in kratzige Decken der Feuerwehr gehüllt. »Kleidung«, sagte Uncle. »Aber mein Zimmer liegt auf jener Seite und ist abgebrannt.« Er presste die Lippen zusammen. »Aber ich bewahre all meine Erinnerungsstücke im Lager auf.« Er deutete auf die Garage. »Das ist sicher.« Er spannte den Kiefer an und kämpfte gegen die Trauer an, all sein Zeug verloren zu haben, auch wenn das Wichtige noch sicher war. Die meisten Schlafzimmer waren ziemlich klein, deshalb hatten die Jungs einen Teil der Garage für Kisten mit Sachen belegt, die sie behalten wollten, aber nicht sofort griffbereit brauch-ten. Zumindest das Zeug war in Sicherheit. Mehr als ein Auge war tränenfeucht, selbst bei den großen, bösen Bikern. »Hey«, sagte ich mit krächzender Stimme. »Es ist okay, traurig zu sein.« Slim nickte. »Verdammt, ja, das ist es. Das ist ein trauriger Morgen.« Seine Stimme klang ein wenig besser als meine. Keiner von uns hatte sich eine Zigarette angezündet. Wir hatten genug Rauch eingeatmet, um eine Weile vorzuhalten. Ich bemerkte allerdings bei mehr als einem den Kau-tabak in der Lippe. »Mein Zimmer ist sicher, glaube ich. Wahrscheinlich stinkt es natürlich«, ich deutete auf die nicht verbrannte Seite des Hauses. »Geht nachsehen, ob ihr Kleidung findet, bis wir das geklärt haben.« Bruise packte Ash, unseren dünnen Mechaniker-Prospect. »Komm schon, hilf mir, den In-halt von Prezs Kleiderschrank hier raus zu tragen.« Der Chef deutete auf ein paar Feuerwehrmänner, die meinen Jungs um das Haus herum folgten. »Es ist zum jetzigen Zeitpunkt sicherer, durch dieses Fenster zu gehen«, sagte der Chef. »Bis wir die Stabilität der Struktur auf dieser Seite prüfen können.« Ich nickte. »Lassen Sie mich meine Jungs auf den Weg schicken, damit wir reden können.« Er ging weg und sprach mit seinen Feuerwehrmännern. »Prospects, geht nach Hause. Bis wir einen Ort haben, an dem wir uns versammeln kön-nen, lasst eure Handys an. Wir rufen euch an, wenn wir euch brauchen.« Blue und Jareth nickten und gingen weg. »Hey!«, rief ich. »Helft zuerst Bruise, dann verschwindet.« Sie änderten ihren Kurs und gingen auf mein Schlafzimmerfenster zu. »Roger und Granger sind im Trailer untergekommen?« Ich sah Slim fragend an. Er nickte. »Sag ihnen, sie sollen ins Krankenhaus gehen, wenn sie aufwachen.« Slim holte sein Handy heraus und tippte eine Nachricht. »Hey, sag Granger, sein Zimmer liegt neben meinem, und ich glaube nicht, dass es getroffen wurde. Nur Rauchschäden.« Slim grunzte, während er tippte. »Ich schicke das Roger. Granger ist unfähig mit seinem Handy.« Ich kicherte und wandte mich dem Rest meiner Brüder zu. Das ließ mich mit Matty, Mickey, Bruise, Uncle und Moose zurück; Tyler war kurz nach der Feuerwehr aufgetaucht. Seine Old Lady und das Baby unterhielten all die Vögel in der Garage, die gekommen waren, um sich um uns zu ›kümmern‹. »Tyler, hast du Platz für jemanden?« Tyler nickte. »Ja, das Baby kann für ein paar Tage in unser Zimmer. Wir haben ein Beistellbett im Kinderzimmer.« Moose hob die Hand. »Ich melde mich freiwillig. Ich liebe dieses Baby verdammt noch mal.« Ich lächelte über den straßenerprobten, ergrauten Biker, der beim Baby bleiben wollte. »Sicher. Nur zu. Hast du Klamotten?« »Mein Alter Herr war ungefähr in seiner Größe«, sagte Tyler. »Ich habe einen Karton in meiner Garage, das wird passen.« Ich nickte und kletterte mühsam von der Rückseite des Krankenwagens. »Guter Mann. Onkel Moo.« Ich benutzte meinen Kosenamen für den alten Freund meines Vaters. Er war mir über die Jahre ein besserer Vater gewesen als mein Erzeuger. »Du besorgst dir ein paar Klamotten und Schuhe und fährst zum Lagerhaus. Hast du genug Bargeld, um dir ein paar billige Stiefel zu holen, falls Tyler nichts hat?« Er nickte, und sie gingen zur Garage. Moose, in seinen Boxershorts und in eine Decke gehüllt, gurrte das Baby an, bevor seine Old Lady, Leah, das Kleine hinten an-schnallte. Moose saß auf dem Beifahrersitz und Tyler fuhr Mooses Bike. »Schwer zu fahren in Unterwäsche«, kommentierte ich. »Uncle.« Ich wandte mich dem Letzten meiner Blutsverwandtschaft zu, unserem Schatzmeister. Er trug kein Hemd, aber »War un-ser ganzes Geld in der Kapelle?« Es war kein Zufall, dass die Kapelle zuerst getroffen wurde. »Ja, aber in einem feuerfesten Safe. Wenn wir da rein kommen, sollte es okay sein. Wir ha-ben das teure Modell genommen.« Ich nickte. »Gut. Wir werden alle Stiefel brauchen.« Ich wackelte mit meinen nackten Zehen in meinen Stiefeln und zog die Augenbrauen hoch. »Und Socken. Werden verdammt schick aussehen auf unseren Maschinen.« »Ich schau in der Zwischenzeit mal, was ich zu Hause habe«, sagte Mickey. Er wohnte in der Nähe mit seiner Old Lady. Sie war in der Garage und teilte Essen an die Feuerwehrmänner aus. »Wir haben ein Gästezimmer und eine Couch.« Als mein Road Captain war Mickey ebenfalls so schnell er konnte gekommen. Blanche, seine Frau, war etwa eine Stunde später mit jeder Menge Essen aufgetaucht. Ihrs war allerdings erst der Anfang der Essenslieferungen. Sie musste jede alte Kirchenlady in der Stadt angerufen haben. Nicht dass wir so oft eine richtige Kirche besuchten, abgesehen von unserer Kapelle. Aber sie alle erinnerten sich an Zeiten, in denen wir ihre Autos oder Dächer repariert hatten. Charity-Fahrten für medizinische Kosten ihrer Enkel und dergleichen. Wir liebten unsere Gemeinschaft. Nur weil wir unser Geld dreckig verdienten, hieß das nicht, dass wir keinen Beitrag leisteten. Bruise und die Prospects kamen mit den Armen voller Kleidung zur Garage. »Jungs, hebt mir was zum Anziehen auf, aber sucht alles andere zusammen, was irgendwie hilft.« Bruise schwenkte ein Handy in meine Richtung. »Hab dein Handy«, rief er. »Ich leg es auf deine Sachen.« Ich nickte und sie gingen zur Garage, was mich mit Slim allein ließ. Er war viel zu groß für meine Sachen. Sein Spitzname war ironisch gemeint und spiegelte seine Statur nicht wid-er. Er war zwar keineswegs fett, aber er war gewaltig. Und dank neulich Morgen wusste ich, dass das für überall galt. »Was machen wir?«, fragte er leise, als ich mich wieder neben ihn auf das Heck des Krank-enwagens setzte. »Wenn Granger im Trailer nichts findet, fahren wir zum Lagerhaus. Wir müssen die Lieferung regeln.« Er nickte. »Dort gibt es auch ein Schlafzimmer. Ich denke, zwei könnten unterkommen. Auf der Couch und dem Einzelbett.« »Das Gleiche habe ich auch gedacht. Bruise und Uncle?« Die verstanden sich gut und hat-ten sonst nirgendwo eine Bleibe. »Ja«, sagte er. »Wir bleiben im Trailer?« Ich nickte. »Es sei denn, du willst in der alten Jagdhütte bleiben, das ist alles, was wir ha-ben.« Slim schnaubte. »Ich habe gesehen, wie du nach nur einer Nacht dort ausgesehen hast. Ich verzichte.« »Es ist auch Platz, um Granger dorthin mitzunehmen«, sagte ich. »Der alte Herr braucht einen vernünftigen Platz zum Schlafen.« »Klingt gut. Wie viele Schlafzimmer sind es?« »Zwei. Plus Couch und Loveseat.« Ich stand auf. »Gehen wir besser und holen uns was zum Anziehen.« Blue kam herüber. »Falls ihr irgendwo eine Unterkunft braucht, ich habe mein Haus. Meine Frau und ich haben unser Leben dort verbracht, und es hängen Erinnerungen daran, die im-mer noch wehtun. Ich bin nicht gern dort. Aber ich lasse gerne jeden dort unterkommen. Zwei Schlafzimmer, zwei Couches.« Ich hielt dem älteren Prospect meine Hand hin. »Guter Mann. Mal sehen.« Ich ging die Clubmitglieder im Kopf durch. »Bruise und Uncle haben einen Platz.« Es bestand kein Grund, dem Prospect schon vom Lagerhaus zu erzählen. Wir würden sie später einweihen, aber erst, wenn sie sich mehr bewiesen hatten. »Ich, Slim und Granger sind im Trailer. Jareth hat Frau und Kinder. Roger braucht heute Abend vielleicht einen Platz. Rich ist im Krankenhaus.« Das erledigte alle Prospects. »Matty kann mit Mickey nach Hause gehen.« Ich legte meine Hand auf Blues Schulter. »Ruf den alten Rog mal an und sag ihm, dass er ganz deiner ist, wenn er mit dem Krankenhaus fer-tig ist.« Blue nickte. »Ich bin nur einen Anruf entfernt.« Slim rückte seine Decke zurecht und stellte sich neben mich. »Hoffentlich bewährt er sich.« »Ich auch.« Er war solide. Brauchte Familie. Die Art von Mann, die der Club brauchte. Wir gingen zur Garage und zogen uns an. Die meisten Jungs hatten zumindest ein Hemd oder eine schwarze Pyjamahose gefunden, in die sie sich hineinquetschen konnten. Gott, sie stanken allerdings. »Das Wichtigste zuerst: Seht zu, dass ihr irgendwo die Klamotten waschen könnt.« Wir würden Waschmaschine und Trockner vom armen, toten Adam benutzen. Wir warteten, bis die Prospects abgezogen waren, und traten dann vor die Garage. »Uncle, Bruise, ihr seid im Lagerhaus, bis wir wieder ins Haus ziehen können. Mick, du nimmst Matt. Ich, Slim und Granger im Trailer. Moose bei Tyler. Braucht irgendwer was Dringendes, bis wir Bargeld für Kleidung und so weiter besorgen können?« Alle schüttelten den Kopf. »Verschwinden wir von hier.« Ich ging zurück in die Garage. »Damen, wir danken euch für eure außerordentliche Gastfreundschaft. Wir werden uns jetzt etwas ausruhen und uns waschen.« Mickeys Old Lady breitete die Arme aus. »Ward, du hübscher Junge.« Ich gab ihr eine fes-te Umarmung, achtete aber darauf, nicht zu fest zuzudrücken. Sie hatte mir und Slim als Kind im-mer Leckereien zugesteckt. »Es wird Zeit, dass du herkommst und Hallo sagst.« »Tut mir leid, Blanche, einfach zu viel zu tun.« »Ich weiß, Kleiner. Ich nehme all das Essen mit nach Hause. Ihr Jungs kommt zum Abendessen vorbei. Ich werde alles aufgewärmt haben, und dann könnt ihr euch um was auch im-mer für Geschäfte kümmern, okay?« Ich sah mich an den Klapptischen um, die sie und die anderen Damen aufgebaut hatten. Sie hatten das Kommando übernommen, Grillplatten und Schongarer angeschlossen. »Ich werde noch was essen, bevor du alles wegräumst, wenn das okay ist?« Blanche brach in ein herzliches Lachen aus. »Bist du der Einzige, der noch nichts gegessen hat? Slim? Beweg deinen süßen Hintern hierher.« Slim kam nach vorne. Blanche hielt ihre Hände hin, offensichtlich wollte sie, dass Slim sich bückte, damit sie seine Wangen tätscheln konnte. Er tat es natürlich. Niemand tat etwas, um es sich mit Blanche zu verscherzen. Sie war zu gut zu uns. Sie küsste seine Wangen. »Hübsch. Wie geht es den Babys?« »Ganz okay«, antwortete er mit einem traurigen Lächeln. »Sie lässt mich ihre Social-Media-Accounts sehen, solange ich nie kommentiere oder interagiere. So bekomme ich wenigstens Fotos zu sehen.« Blanches Gesicht verdunkelte sich. »Diese kleine Miststück. Sie wusste genau, worauf sie sich eingelassen hat, und dann hat sie sich gegen dich gewendet.« Ich sah mehr als eine hochgezogene Augenbraue bei den kleinen Kirchenladys, die beim Essen standen. »Es wird besser werden, Kleiner«, sagte Blanche zu Slim. »Du wirst sehen.« Ich schnappte mir einen Teller und ging die Essensreihe entlang. »Ich weiß nicht, wer von euch daran gedacht hat, alles zu organisieren, vom Essen bis zum Besteck, aber wir wissen es zu schätzen.« »Wir machen das immer, wenn es irgendwo brennt, mein Lieber. Der gute Herr hat uns gerufen, um sicherzustellen, dass die Feuerwehrleute und die Opfer zumindest satt werden.« Ich sah die winzige Frau mit dem silbernen Haarschopf an, dankbar für ihre Freundlichkeit. »Wenn Sie jemals etwas brauchen, rufen Sie mich an. Hören Sie?« Sie streckte das Kinn vor. »Ward Bushman, Ihr Vater war ein ziemlicher Mistkerl.« Die beiden Damen neben ihr schnappten nach Luft und hätten sich sicher an ihre Perlenket-ten geklammert, wenn sie welche gehabt hätten. »Sie treten doch nicht in seine Fußstapfen?« Sie kniff die Augen zusammen und fixierte mich. Es wurde zunehmend schwieriger, nicht zu lachen. »Nein, Ma’am, das tue ich nicht.« Sie nickte. »Dann werde ich Sie anrufen, wenn ich Sie brauche.« Nachdem Slim und ich unsere Teller gefüllt hatten, übernahm Blanche wieder das Kom-mando und wies die Frauen an, das Essen einzupacken und in ihr Auto zu laden. Slim und ich waren ausreichend bekleidet, um zum örtlichen Großmarkt zu fahren. Man hatte zwar Stiefel mitgebracht, aber Slims Füße waren größer als meine. Er brauchte schleunigst welche. In der Zwischenzeit hatte er sich in ein Paar meiner Flip-Flops gequetscht. »Ich sehe lächerlich aus«, brummte er, als wir auf das Bike stiegen. »Fahr direkt zum Trailer«, sagte ich lachend. »Ich besorge dir Stiefel und treffe dich dort.« Er nickte. »Okay. Vergiss die Socken nicht.« Als ich im Laden war, war ich froh, dass er das gesagt hatte, denn ich hätte die Socken total vergessen.

Heated Rivalry trifft auf Sons of Anarchy – ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen!

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